foodwatch zum Public Health Index: „Das Zaudern der Bundesregierung hat einen hohen Preis“
Im Public Health Index (PHI) des AOK Bundesverbandes und des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) belegt Deutschland Rang 17 von 18 untersuchten Staaten in Nord- und Zentraleuropa. Untersucht wurde die wissenschaftlich empfohlene Prävention in den Bereichen Tabak, Alkohol, Ernährung und Bewegung. Dazu erklärt Luise Molling von der Verbraucherorganisation foodwatch:
"Deutschland ist europäisches Schlusslicht im Kampf gegen ernährungsbedingte Krankheiten. Der Bundesregierung fehlt der Mut, die Lebensmittelindustrie in die Verantwortung zu nehmen und endlich wirksame Maßnahmen umzusetzen. Das Zaudern hat einen hohen Preis: Millionen Menschen leiden – und Adipositas, Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen kosten das Gesundheitssystem jedes Jahr dutzende Milliarden.
Weltweit handeln etliche Länder präventiv: mit Herstellerabgaben auf Süßgetränke, Werbeschranken für Ungesundes, verbindlichen Standards für Schulessen und verpflichtenden farblichen Nährwertkennzeichnungen. Deutschland setzt weiter auf freiwillige Vereinbarungen mit der Industrie – und die verpuffen wirkungslos.
Die Wahrheit ist unbequem: Die Junkfood-Industrie ist nicht Teil der Lösung, sondern der Kern des Problems. Coca-Cola, McDonald’s und Ferrero tragen eine gehörige Mitverantwortung für das Ausmaß ernährungsbedingter Krankheiten. Die Politik muss diese Konzerne endlich in die Pflicht nehmen."