Frage des Monats 05.02.2020

Saisonale Küche – wie lässt sich der Februar gut überstehen?

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Ernährungsberaterin Alice Luttropp antwortet:

Auch in der dunklen Jahreszeit ist es wichtig, viel frisches Obst und Gemüse zu sich zu nehmen. Gerade eine gute Versorgung mit Vitamin C ist wichtig für ein funktionierendes Immunsystem.  Wer sich saisonal ernähren möchte, hat im Vergleich zum Sommer jedoch eine eingeschränktere Auswahl an frischem Grünzeug aus heimischem Anbau.

Kohl punktet mit Vitamin C

Doch auch der Februar hat viele Leckereien zu bieten, jetzt haben etwa Kohl, Wurzelgemüse oder Feldsalat Saison. Gute Vitamin-C-Lieferanten sind zum Beispiel Brokkoli, Rosenkohl, Grünkohl und frische Petersilie. Damit die Vitamine erhalten bleiben, sollte man das Gemüse möglichst kurz andünsten. Aber keine Sorge: Auch länger gekocht als Eintopf gehen nicht alle Vitamine verloren.  Eine tolle Vitamin-C-Quelle ist auch Sauerkraut – vor allem, wenn man vor dem Kochen ein paar Gabeln roh genießt. Milchsäurebakterien machen das Kraut bekömmlicher und sind wertvoll für die Darmflora. Selbst Kartoffeln enthalten Vitamin C – zwar nicht in riesigen Mengen, aber gemessen an den verzehrten Portionen ist auch diese Quelle relevant.

Rote Beete bringt Farbe auf den Teller

Als Zutaten für wärmende Suppe oder Eintöpfe eignen sich Wurzelgemüse wie Pastinaken, Petersilienwurzeln oder Steckrüben. Rote Beete schmeckt sowohl gekocht als auch roh fein geschnitten als Salat, sehr lecker zum Beispiel in Kombination mit Birne und Fetakäse. Rote Beete enthält viele Mineralstoffe, Eisen und sekundäre Pflanzenstoffe, die ihr die rote Farbe verleihen. Wer den Tipp beherzigen möchte, möglichst bunt zu essen, hat im Februar außer ihr nur noch den Rotkohl, als gelbe Farbtupfer schmecken Karotten und Kürbis. Wer trotz kühlerer Temperaturen Lust auf Salat hat, kann zu Chicoree oder Feldsalat greifen, die mit Vitamin A beziehungsweise Eisen und Vitamin C punkten.

Heimisches Obst nur als Lagerware

Das heimische Obstangebot lässt naturgemäß etwas zu wünschen übrig, allein Äpfel und Birnen sind als Lagerware zu haben. Nicht im Supermarkt, sondern an Wegrändern bieten Sträucher wie Schlehen oder Hagebutten noch Früchte, die reich an Vitamin C und sekundären Pflanzenstoffen sind. Roh sind sie jedoch eher nicht genießbar, aber zu einem Gelee verkocht können sie die Winterküche aufpeppen. 

Vitamin D: Lebensmittel enthalten nur geringe Mengen

Im Winter gehen bei den meisten Menschen langsam die Vitamin-D-Speicher zur Neige, die im Sommer aufgefüllt wurden. Vitamin D wird vor allem durch Sonneneinstrahlung auf der Haut gebildet, die Aufnahme über die Ernährung spielt eine geringe Rolle. Das Lebensmittel mit dem höchsten Vitamin-D-Gehalt ist fettreicher Fisch, auch Pilze enthalten geringe Mengen. Es ist allerdings unrealistisch, den Vitamin-D-Bedarf über Lebensmittel zu decken. Im Zweifel sollte man beim Arzt oder der Ärztin abklären lassen, ob eine zusätzliche Aufnahme von Vitamin D sinnvoll sein kann. Und eins ist immerhin sicher: Der nächste Frühling kommt bestimmt!