Hipps Reaktion auf die E-Mail-Aktion
Mehr als 10.000 Verbraucher haben unsere Beschwerde-Aktion an Hipp unterzeichnet – und einiges erreicht! Hipp hat noch am ersten Tag der E-Mail-Aktion angekündigt, seine zuckrigen Instanttees nicht mehr als „Durstlöscher“ zu bewerben. Bis dato hatte das Unternehmen die Produkte in seinem Eltern-„Ratgeber“ noch auf eine Stufe mit Mineralwasser und ungesüßten Tees gestellt. Davon ist keine Rede mehr, die Ratgeber-Seiten im Internet wurden eiligst geändert.
Ein Erfolg? Leider nein. Hipp verzichtet zwar auf den Begriff „Durstlöscher“, verkauft die Zucker-Instant-Tees aber weiterhin im Kleinkind-Sortiment und mit der Empfehlung ab dem 12. Lebensmonat. Das steht weder im Einklang mit den Ernährungsempfehlungen von Experten, die für so kleine Kinder nur ungesüßte Tees empfehlen, noch mit der Aussage von Unternehmenschef Claus Hipp, der sich „mit seinem Namen“ für die Herstellung „gesunder“ und kindgerechter Produkte „verbürgt“. In E-Mails an Verbraucher, die sich beim Unternehmen beschwert hatten, definierte Hipp die Tees – eben noch Durstlöscher – außerdem kurzerhand zu „Genussprodukten“ um, die man seinen Kindern aber nichtsdestotrotz „mit gutem Gewissen“ geben könne. Es wird auch immer noch „wertvolles Vitamin C“ zur „Stärkung der Abwehrkräfte“ angepriesen – kurzum: Zwar werden die Tees nicht mehr als „Durstlöscher“ beworben, aber dennoch als besonders geeignete Kleinkindgetränke vermarktet.
Die Unterzeichner der abgespeist-E-Mail-Aktion haben Claus Hipp aufgefordert, die Werbung mit dem Begriff „Durstlöscher“ umgehend zu stoppen – besser aber noch: Die überflüssigen Produkte aus dem Sortiment zu nehmen. Leider hat Hipp nur den ersten, kleinstmöglichen Schritt getan. Ein Schritt, der nicht ausreichend ist, wie sich zeigt – denn nach wie vor entsteht der Eindruck, die Zuckertees seien besonders geeignete Kindergetränke.
foodwatch fordert Hipp darum noch einmal ausdrücklich auf, die überflüssigen und zweifelhaften Produkte nicht länger im Rahmen des Kleinkind-Angebotes zu vermarkten und nicht mehr ab dem 12. Monat zu empfehlen. Wir verleihen unserer Forderung dadurch Ausdruck, dass wir die Hipp-Instant-Tees für den Goldenen Windbeutel nominieren – den Preis für die dreisteste Werbelüge, über den Verbraucher bald auf abgespeist.de entscheiden können. Jede Stimme für Hipp ist damit ein Hinweis für das Unternehmen, dass die Verbraucher mit den Änderungen nicht zufrieden sind.