Spekulatius weniger belastet, aber Bahlsen ignoriert den Stand der Technik

05.12.2005

Verbesserte Werte bei Spekulatius. Bei Lebkuchen fällt insbesondere Bahlsen auf: Der Hersteller ignoriert den Stand der Technik und mutet seinen Kunden unnötig viel Acrylamid zu. Das sind die Ergebnisse des foodwatch-Acrylamidtests.

Seit Herbst 2002 lässt foodwatch jedes Jahr Lebkuchen und Spekulatius auf ihren Gehalt an Acrylamid testen. Die regelmäßige Veröffentlichung der Testergebnisse durch foodwatch zeigt jetzt Wirkung. Nachdem 2004 vor allem Spekulatius stark mit der krebsverdächtigen Substanz belastet waren, haben sich diese verbessert. Die Belastung von Lebkuchen ist zwar insgesamt recht niedrig, doch die Hälfte schneider schlechter ab als im Vorjahr.

Bei Lebkuchen ignoriert insbesondere Hersteller Bahlsen den Stand der Technik. Alle von Bahlsen getesteten Produkte weisen in den foodwatch-Untersuchungen höhere Werte als im Vorjahr auf.

foodwatch fordert Kennzeichnung

Insgesamt lassen die Ergebnisse das Fazit zu: Die Veröffentlichung der Testergebnisse zeigt Wirkung – doch noch immer werden den Verbrauchern unnötige Acrylamid-Mengen zugemutet, weil eine verpflichtende Kennzeichnung fehle. Zu befürchten ist, dass Produkte, deren Belastungswerte nicht regelmäßig veröffentlicht werden, sehr hoch belastet sind. So stellte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) im Oktober fest, dass die mittlere Acrylamid-Belastung von allen vermarkteten Spekulatius-Produkten zugenommen hat.

Staatliche „Minimierungsstrategie“ gescheitert

Die im Rahmen der Minimierungsstrategie der Bundesregierung festgelegten Signalwerte orientieren sich an den schlechtesten Produkten und sind keine Grenzwerte für die gesundheitliche Unbedenklichkeit. Für Lebkuchen liegt der Signalwert nach wie vor bei 1.000 Mikrogramm Acrylamid pro Kilogramm. Die besten je von foodwatch getesteten Lebkuchen liegen unter 30 Mikrogramm. Eine Veröffentlichung von Testergebnissen mit Nennung der Produktnamen lehnt das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit nach wie vor ab, kritisierte foodwatch. Gleiches gelte für die Angabe der Acrylamid-Belastung auf der Verpackung der betroffenen Lebensmittel.

 
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