Deutsche-Bank-Chef kommt mit leeren Händen

16.04.2014

Hinter verschlossenen Türen fand heute in Frankfurt eine Expertenkonferenz zum Thema Finanzspekulation und Hunger statt. Auf Einladung des Co-Vorsitzenden der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, tauschten 40 Teilnehmer, darunter foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode, ihre Positionen aus. Ernüchterndes Fazit: Die Deutsche Bank ist weiterhin nicht zu vorsorgendem Handeln bereit.

Ihre Entscheidung hatte die Deutsche Bank eigentlich schon Anfang 2012 final getroffen: Eine interne Arbeitsgruppe habe keine belastbaren Hinweise darauf gefunden, dass Agrarspekulation zu Preissteigerungen bei Lebensmitteln führe – deshalb will die größte Bank der Republik an diesem Geschäftsfeld festhalten. So heißt es bis heute. Die Diskussion über Spekulationsexzesse und deren Folgen wollte jedoch kein Ende nehmen, auch weil die Deutsche Bank jeden Beweis für ihre Behauptungen schuldig blieb. Sogar nähere Auskünfte dazu, wie die Arbeitsgruppe geprüft habe, welche Studien und Quellen herangezogen wurden, verweigerte das Institut.

Austausch hinter verschlossenen Türen – auf Wunsch der Bank

Erstmals hat die Deutsche Bank nun etwa 40 Experten aus Politik, Wissenschaft und Nichtregierungsorganisation – darunter Kritiker wie Befürworter der Agrarspekulation – zur Konferenz gebeten. Co-Vorstandschef Jürgen Fitschen persönlich lud zum Austausch in ein Kloster in Frankfurt am Main. Ein Austausch hinter verschlossenen Türen, denn die Deutsche Bank hatte im Vorfeld die "Chatham House Rule" ausgegeben: Teilnehmer dürfen im Anschluss keine Angaben darüber machen, wer in der Diskussion was gesagt hat. foodwatch hatte gegenüber der Deutschen Bank kritisiert, dass die Diskussion nicht öffentlich geführt wird. 

Kein Schlussstrich unter dem Geschäft mit dem Hunger

Auch wenn eine inhaltliche Wiedergabe der Debatte daher nicht möglich ist, lässt sich doch feststellen: Inhaltlich jedoch gab es nichts Neues. Weder konnte die Deutsche Bank entkräften, dass ihre Finanzprodukte zu Preissteigerungen von Lebensmitteln beitragen, noch hat sie endlich einen Schlussstrich unter die Geschäfte mit dem Hunger gezogen. Das Fazit von foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode, der bei der siebenstündigen Konferenz dabei war: Jürgen Fitschen kam mit leeren Händen. 

Erwartungen wurden enttäuscht

Ein konstruktiver Dialog aber ist unmöglich, solange die Deutsche Bank nicht Transparenz über alle ihre spekulativen Aktivitäten schafft, die versprochenen Studien vorlegt und endlich damit aufhört, die Argumente ihrer Kritiker verfälscht wiederzugeben. Diese Erwartungen hatte foodwatch im Vorfeld der Konferenz öffentlich formuliert – sie wurden enttäuscht. 

foodwatch bleibt daher bei der Forderung: Die Deutsche Bank muss schon aus Vorsorgegründen aus der Finanzspekulation mit Nahrungsmitteln und Öl aussteigen. Die Argumente dafür liegen seit langem auf dem Tisch.

 
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