Gegen die unmoralische Nahrungsmittelspekulation!

nahrungsmittel_spekulation_foodwatch.jpg
Unterschriften. Sind Sie schon dabei?

Investmentbanken spekulieren an den Börsen weltweit mit Agrar-Rohstoffen. Das kann die Preise für Nahrungsmittel drastisch in die Höhe treiben – und damit Menschen in armen Ländern in den Hunger. Wir sagen: Schluss mit der unmoralischen Zockerei! Die Banken müssen jetzt handeln und auf die Rohstoffgeschäfte vorsorglich verzichten – denn die Anhaltspunkte, dass diese Finanzgeschäfte zu Hungerkrisen beitragen, sind erdrückend. Die Deutsche Bank, als eine der größten Investmentbanken der Welt, sollte mit gutem Beispiel vorangehen und aus der Agrar-Spekulation aussteigen. Schreiben Sie jetzt direkt an die Vorstandsvorsitzenden, Anshu Jain und Jürgen Fitschen, und fordern Sie die Deutsche Bank zum Ausstieg auf!

foodwatch hat diese E-Mail-Aktion am 15. August 2012 gestartet.

Eine Protest-Mail an Josef Ackermann, den Vorgänger von Jürgen Fitschen und Anshu Jain, hatten bis Juni 2012 zudem fast 64.000 Menschen unterzeichnet.

Lesen Sie den vollständigen E-Mail-Text

Sehr geehrter Herr Jain, sehr geehrter Herr Fitschen,

etwa eine Milliarde Menschen auf der Welt hungern und sind unterernährt. Allein im Jahr 2010 stiegen die Nahrungsmittelpreise um ein Drittel und mehr als 40 Millionen Menschen wurden dadurch zusätzlich in absolute Armut gestürzt.

Die Investmentbanken sind mitverantwortlich für diese Preissprünge. Sie lenken Anlegerkapital, das mit dem eigentlichen Handel von Rohstoffen wie Soja, Weizen oder Mais nichts zu tun hat, in die Warenterminmärkte. Dadurch können Spekulationsblasen entstehen, die letztlich zu verteuerten Lebensmitteln führen.

Banken und ihre Lobbyvertretung, der Weltbankenverband IIF argumentieren, es fehle der eindeutige Beweis, dass diese Art der Spekulation die Lebensmittelpreise tatsächlich nach oben treibe und Hungersnöte verursachen könne. Es bestehe daher kein Handlungsbedarf; zunächst müssten Kritiker die Schädlichkeit dieser Kapitalanlagen konkret nachweisen.

Diese Auffassung ist zynisch: Nicht die Hungernden müssen die Schädlichkeit eindeutig belegen, sondern die Banken die Unschädlichkeit der Spekulation. Solange dieser Beleg nicht erbracht ist, müssen die Spekulationsgeschäfte gestoppt werden. Das gebietet schon das im europäischen Recht verankerte Vorsorgeprinzip. Konkret bedeutet dies: Auch wenn die wissenschaftliche Diskussion über die schädlichen Folgen der Nahrungsmittelspekulation anhält, dürfen Banken nicht länger abwarten, sondern müssen jetzt handeln und auf die Rohstoffgeschäfte vorsorglich verzichten – denn die Anhaltspunkte, dass diese Finanzgeschäfte die Preise von Lebensmitteln nach oben treiben und zu Hungerkrisen in armen Ländern beitragen, sind erdrückend. Und einen volkswirtschaftlichen Nutzen haben die Spekulationsgeschäfte ohnehin nicht.

Sehr geehrter Herr Jain, sehr geehrter Herr Fitschen, als Vorsitzende einer der größten Investmentbanken der Welt tragen Sie eine besondere Verantwortung. Die unmoralischen Agrar-Spekulationen müssen beendet werden. Bereits mehr als 63.000 Menschen haben an Ihren Vorgänger, Herrn Dr. Josef Ackermann, geschrieben und ihn aufgefordert, aus den Spekulationsgeschäften auszusteigen. Herr Ackermann hat eine Prüfung der Geschäfte der Deutschen Bank zugesagt.

Nehmen Sie den Protest zehntausender Verbraucher ernst! Andere Banken sind schon viel weiter als Ihr Haus und zeigen bereits, wie es gehen kann: Nicht lange Studien erstellen und die Entscheidung hinauszögern, sondern angesichts der zahlreichen Belege für die Schädlichkeit der Geschäfte aussteigen – sofort.

Mit freundlichen Grüßen

Vorname Nachname (wird automatisch eingefügt)

Diese E-Mail wird an folgende Empfänger verschickt:


Anshu Jain und Jürgen Fitschen,
Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank,

die Deutsche Bank