Ampel in die Wahlprogramme!

Bild: foodwatch
Unterschriften. Sind Sie schon dabei?

Ab dem 13. Dezember sind Angaben zum Zucker-, Fett- und Salzgehalt vorgeschrieben – aber nur auf der Rückseite der Verpackungen. Auf der Vorderseite dürfen Hersteller weiter geschönte Prozentangaben machen, bezogen auf unrealistisch kleine Portionen. Dabei gibt es ein simples Kennzeichnungssystem, das Zuckerbomben auf den ersten Blick entlarven würde: die Ampel­. Im ersten Anlauf hat die Lebens­mittel­lobby es mit ihrem massiven Widerstand geschafft, die europaweit ver­pflich­tende Ampel zu verhindern. Doch 2017 wird in Deutschland gewählt, die Vorbereitungen bei den Parteien laufen. Das ist unsere Chance, die Ampel wieder auf die Agenda zu bringen: Fordern Sie jetzt die Vorsitzenden der Bundes­tags­­parteien auf, sich in ihrem Wahl­programm zur Ampel zu bekennen!

foodwatch hat diese E-Mail-Aktion am 9. Dezember 2016 gestartet.

Lesen Sie den vollständigen E-Mail-Text

Sehr geehrte Damen und Herren Parteivorsitzende,

die EU-weit eingeführte Nährwertkennzeichnung für Lebensmittel hat sich nicht bewährt. Das von der Lebensmittelindustrie entwickelte Kennzeichnungsmodell erschwert die Wahlfreiheit der Verbraucherinnen und Verbraucher: 

  • Unrealistisch kleine Portionsangaben auf der Vorderseite geben einen falschen Eindruck und lassen stark zucker-, fett- oder salzhaltige Produkte wie gesunde und ausgewogene Lebensmittel erscheinen;
  • Irreführende Referenzwerte für die „empfohlene Tageszufuhr“ – insbesondere bei Zucker – verschleiern den Gehalt der Nährstoffe;
  • Ein Vergleich zweier Produkte ist vor allem mit den Angaben auf den Verpackungsvorderseiten oftmals nicht möglich.

Eine verpflichtende Nährwertampel nach dem ursprünglich von der britischen Lebensmittelbehörde FSA entwickelten Modell ist das transparentere und verständlichere System. Ärzte- und Patientenverbände, Krankenkassen und Verbraucherorganisationen europaweit haben sich dafür ausgesprochen. Die Ampelkennzeichnung muss in Europa wieder auf die Tagesordnung!

Daher appelliere ich an Sie und Ihre Partei: Nehmen Sie die Forderung nach einer EU-weit verbindlichen, auf der Produktvorderseite platzierten Nährwertampel für alle verarbeiteten Lebensmittel in Ihr Wahlprogramm auf. Die entsprechende EU-Lebensmittelinformationsverordnung muss schnellstmöglich revidiert werden!

Vorname Nachname (wird automatisch eingefügt)

Diese E-Mail wird verschickt an: 

Angela Merkel (CDU)

Horst Seehofer (CSU)

Sigmar Gabriel (SPD)

Martin Schulz (designierter Vorsitzender der SPD)

Katja Kipping (Die Linke)

Bernd Riexinger (Die Linke)

Simone Peter (Bündnis 90/Die Grünen)

Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen)