Kürbisse sieht man jetzt in jedem Geschäft, auch Zierkürbisse – sind die eigentlich so schmackhaft, wie sie aussehen?

06.10.2016

Antwort der Ernährungsexpertin Astrid Gerstemeier

Herbstzeit ist Erntezeit und Kürbiszeit. Kürbisgewächse bieten nicht nur eine große Sortenvielfalt – mehr als 100 verschiedene Sorten sind bekannt und einer großer Variationsbreite in der Zubereitung sind quasi keine Grenzen gesetzt –obendrein sind Kürbisse auch sehr gesund und nahezu vollständig verzehrbar.

Zierkürbisse enthalten Bitterstoff

Einzelne Sorten – sie werden im Handel als „Zierkürbis“ angeboten – sind jedoch, der Name signalisiert es schon, lediglich zur Zierde bzw. zur Herbstdekoration oder dekorativ zu Halloween nutzbar. Verzehrt werden sollten sie vorsichtshalber nicht – sie können den Bitterstoff Cucurbitacin enthalten, der in größeren Mengen genossen zu Unwohlsein und Übelkeit führen kann. Diese Ziersorten sind  eher klein , das innere Fruchtfleisch sieht schon nicht sehr appetitlich aus und schmeckt zudem in der Regel bitter. Dafür sind sie aber durch ihre Form, die Farbigkeit und die Besonderheiten in der Oberfläche sehr dekorativ. Aus den kultivierten Sorten wurden die Cucurbitacine überwiegend herausgezüchtet.

Gartenbesitzer: Obacht vor Rückmutationen

Im Hobbygarten, in dem gemeinsam Zierkürbisse und Speisekürbisse angebaut werden, kann es zu unbeabsichtigten Rückmutationen kommen, in denen bereits kultivierte Sorten in der nachfolgenden Ernte Früchte mit diesen Bitterstoffen hervorbringen. Da die Bitterstoffe auch beim Erhitzen nicht verloren gehen, kann man in diesem Fall testweise ein paar Kürbisstücke in der Pfanne erhitzen und kosten, sind sie bitter im Geschmack, sollte man sie nicht verzehren.

Empfehlung: Gefüllter Butternutkürbis

Der überwiegende Teil der Kübissorten ist jedoch verzehrbar. Der Geschmack reicht von mild, nussig, fruchtig bis hin zu herb. Die Konsistenz in erwärmter Form je nach Stärkegehalt von fest über mehlig, sämig bis butterweich. Eine Sorte, die sich schon fast ganzjährig in den Supermärkten etabliert hat, ist der Hokkaidokürbis, der sehr sämig und süßlich im Geschmack ist und sich gut für die Herstellung von Suppen eignet. Bei dieser Sorte kann die dunkelorangefarbige Schale mitgegessen werden. Saisonal findet man derzeit häufig den hellen, fast birnenformartigen Butternutkürbis. Dieser ist von der Form eher länglich und „steht“ quasi aufrecht, so dass er sich gefüllt gut im Ofen zubereiten lässt. Wie der Hokkaido kann er aber auch gut zu Suppe oder Dessert verarbeitet oder als Beilage serviert werden.

Fettfrei und sehr energiearm

Das Fruchtfleisch des Kürbisses besteht zu etwa 90 Prozent aus Wasser. Mit etwa 25 Kilokalorien  pro 100 Gramm Fruchtfleisch ist der Kürbis ein fettfreies, sehr energiearmes Gemüse. Kürbisse enthalten die Vitamine E, C und B sowie viele Karotinoide. Außerdem enthalten sie reichlich Kalium, aber auch Kalzium, Magnesium, Phosphor, Eisen, Zink, Selen sowie sekundäre Pflanzenstoffe und reichlich wasserlöslich Ballaststoffe. Der hohe Wasser- und Ballaststoffgehalt des Kürbisses wirkt sich reinigend auf den Körper und harmonisierend auf die Blase und die Verdauung aus.

Kürbiskernöl gegen Blasen- und Nierenleiden

Kürbiskerne sind sehr fettreich und werden daher auch zur Ölgewinnung genutzt. Die Steiermark beispielsweise ist bekannt für ihr gutes Kübiskernöl, was den Speisen bereits mit wenigen Tropfen eine besondere geschmackliche Note und grüne Farbe verleiht. Kürbiskerne sind reich an Vitamin E und Selen, die beide für ihre antioxidative Wirkung bekannt sind. Die Inhaltsstoffe der Kürbiskerne und des Kürbiskernöls können helfen Nieren- und Blasenleiden zu lindern. Kübiskernöl sollte immer kühl und dunkel aufbewahrt werden.

Abschließend sei noch erwähnt, dass auch die Blüten der Kürbisse – ähnlich wie die Blüten der Zucchini  – verzehrt werden können, zum Beispiel gefüllt oder ausgebacken.

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