Sollte man auf Alufolie grillen?

04.07.2018

Lena Blanken von foodwatch antwortet:

Aluschalen und Alufolie sind zwar praktisch, Verbraucherinnen und Verbraucher sollten beim Grillen aber besser darauf verzichten. Denn Aluminium kann in das Grillgut übergehen und zu gesundheitlichen Risiken führen: Das Leichtmetall steht im Verdacht, das Nervensystem, die Fruchtbarkeit, die Knochenentwicklung und bei Schwangeren den Fötus im Mutterleib zu schädigen. Vor allem saure und salzhaltige Lebensmittel sollten nicht mit Aluminium in Kontakt kommen, denn Salz und Säure lösen das Aluminium.

Hohe Aluminiumaufnahme über die Nahrung

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) geht zwar davon aus, dass bei einer wöchentlichen Aufnahmemenge von bis zu einem Milligramm Aluminium je Kilogramm Körpergewicht kein Gesundheitsrisiko besteht. Laut EFSA wird diese maximale Aufnahmemenge jedoch bei einigen Menschen überschritten. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) geht davon aus, dass wir ohnehin schon hohe Mengen Aluminium aufnehmen. Kein Wunder: Denn Aluminium gerät nicht nur über die Verwendung von Kochgeschirr und Lebensmittelverpackungen in unseren Körper, sondern kann natürlicherweise bereits in unverarbeiteten Lebensmitteln enthalten sein.

Alu-Deos tragen maßgeblich zur Belastung bei

Analysen des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit ergaben, dass zum Beispiel Sojaerzeugnisse, Kräuter, Wildpilze, Getreide und einige Gemüsesorten höhere Gehalte aufweisen können. Auch als Bestandteil von Lebensmittelzusatzstoffen kommt Aluminium vor. Eine besonders wichtige Belastungsquelle ist laut BfR zudem die tägliche Verwendung von schweißhemmendem Deodorant, die alleine bereits zur Überschreitung der unbedenklichen wöchentlichen Aufnahmemenge führen kann.

Besser zu alufreien Alternativen greifen

Was also tun? Ganz vermeiden lässt sich die Aufnahme von Aluminium nicht, zum Glück gibt es zu Alufolie & Co. jedoch gute Alternativen. Das BfR rät beispielsweise, zum Grillen lieber Behälter aus rostfreiem Edelstahl, Emaille oder Keramik zu verwenden. Auch Fleisch sollte in einer solchen Grillschale und nicht direkt auf dem Rost gebraten werden. Denn wenn Fett in die Glut tropft, entstehen ebenfalls giftige Stoffe. Wer partout nicht auf die Aluschale verzichten möchte, kann die Aluminiumaufnahme verringern, wenn er die Gerichte erst nach dem Grillen salzt und würzt.

Foto Grillschale: © fotolia/eyetronic

 
Newsletter abonnieren
Abonnenten:

Aktionen, Infos, Tests – Sie
erfahren´s zuerst.

Wir sind foodwatch


Verbraucher kämpfen gemeinsam für ihre Rechte – seien Sie dabei!