Warum ist Zimt nicht gleich Zimt – wo sind die Unterschiede? Wie viel Zimt kann man essen?

01.12.2015
© Floydine / Fotolia.com

Antwort der Ernährungsexpertin:

Zimt ist aus unserer Weihnachtsbäckerei oder auf Weihnachtsmärkten gar nicht wegzudenken. Auch in Nachspeisen oder zur Verfeinerung herzhafter Gerichte oder Getränke hat Zimt seinen Platz. Zimt sollte jedoch – wie andere Gewürze auch – wohldosiert, nicht vorschmecken und auch nicht zu stark dosiert sein.

Für Allergiker gibt es dabei noch einen weiteren Aspekt. Bei Personen, die allergisch auf Kräuterpollen, z.B. Beifuß reagieren, können auch schon beim Genuss sehr kleiner Mengen Zimt allergische Reaktionen auftreten.

Ceylon, Cassia, Cumarin

Im Zimt ist natürlicherweise Cumarin enthalten. In größeren Mengen gilt Cumarin als gesundheitsschädlich und darf daher nur in kleinstem Umfang verzehrt werden. Wie sieht es aber aus, wenn Cumarin bereits Bestandteil eines natürlichen Lebensmittels ist?

Bei Ernährungsfragen weiß foodwatch-Expertin Dr. Astrid Gerstemeier Rat.

Überwiegend erhältlich sind Ceylon-Zimt und Cassia-Zimt (auch China-Zimt genannt). Bei beiden Sorten handelt es sich um die geschälte, und getrocknete Rinde des Zimt-Lorbeerbaumes. Der Ceylon-Zimt stammt von jungen Zimtsträuchern, der Cassia- oder China-Zimt von ausgewachsenen Bäumen. Je dünner die Rinde geschnitten wird, desto feiner ist das jeweilige Aroma. Wie bei anderen Gewürzen auch, unterscheiden sich die beiden Sorten in Farbe, Aussehen, Preis und Aroma. Ceylon-Zimt ist heller und milder. Er enthält allerdings auch deutlich weniger Cumarin als Cassia-Zimt, der von der Farbe her eher dunkler und kräftiger im Geschmack ist. Der Cumarin-Anteil beider Zimtsorten unterscheidet sich jedoch deutlich. Ceylon Zimt enthält nur ca. 0,02 g pro Kilogramm, während in der gleichen Menge-Cassia Zimt 2 Gramm Cumarin enthalten sind.

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Vorsicht vor zu viel Zimt

In der industriellen Verarbeitung werden die beiden Sorten auch hin und wieder gemischt, so dass der dunklere Cassia-Zimt mit dem feineren Ceylon-Zimt „veredelt“ wird.

Wer gerne häufig und viel Zimt verwendet sollte aufgrund des geringeren Gehaltes an Cumarin eher Ceylon-Zimt bevorzugen. Cassia-Zimtstangen bestehen aus einer einzigen etwas dickeren Rolle. Bei Ceylon-Zimtstangen sind mehrere dünne Rindenschichten ineinander gerollt.

In verarbeiteten Lebensmitteln muss die Zimtsorte nicht deklariert werden. Da die genaue gesundheitliche Auswirkung von Zimt auf den menschlichen Körper noch nicht hinreichend geklärt ist, wurden zunächst Höchstmengen bei der Verarbeitung vorgeschrieben. Dabei wurde eine Obergrenze von 2 Milligramm pro Kilogramm Lebensmittel erlaubt. Da aber in den verarbeiteten Lebensmitteln, häufig der eher preisgünstige Cassia-Zimt mit dem höheren Cumarin-Gehalt verwendet wird, wird zwar die Menge an verarbeitetem Zimt eingehalten, aber die laut BfR (Bundesamt für Risikobewertung) tolerierbare Tagesdosis von Cumarin – max. 0,1 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht – wird je nach Verzehrmenge schnell überschritten. Daher wird gerade für Kinder empfohlen, den Verzehr von Zimtsternen oder Lebkuchen auf ca. 50 Gramm pro Tag zu beschränken. Das entspricht etwa drei bis vier kleinen Zimtsternen oder ein bis zwei Lebkuchen. Die Empfehlung entstand vor dem Hintergrund, dass einige Müslis, Tee oder verschiedene Cola-Getränke teilweise auch mit Zimt gewürzt sind. Somit können verschiedene Nahrungsmittelquellen zusammenkommen und die für Kinder tolerierbare Tagesdosis von Cumarin schnell überschreiten.

Beim Backen zu Hause können Sie also vorab beim Einkauf schon auf die Wahl des Zimtgewürzes achten und kleine Mengen des Weihnachtsgebäckes dann besonders genießen!

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