„Was genau ist Buchweizen – ist es eine Alternative zu Weizen?“

01.03.2013

Antwort der Ernährungsexpertin Astrid Gerstemeier:

Weizen kennt natürlich jeder. Es ist hierzulande eine der wichtigsten Getreidesorten zur Herstellung von Brot und Backwaren. Die guten Backeigenschaften ergeben sich durch den hohen Gehalt an Gluten, ein Klebereiweiß, das dafür sorgt, dass aus dem Getreide ein guter, lockerer Teig und nicht nur ein fester Fladen wird. Neben Weizen sind bei uns vor allem die Getreidesorten Dinkel, Roggen, und Hafer sowie Reis, Mais, Gerste und Hirse verbreitet. Etwas weniger bekannt sind Amaranth, Quinoa und eben Buchweizen. Diese drei Sorten zählen botanisch gesehen nicht zum Getreide, werden jedoch aufgrund ihrer Inhaltsstoffe und Verarbeitungsart im handelsüblichen Gebrauch dazu gerechnet und Aufgrund ihrer Herkunft auch als „Pseudogetreide“ bezeichnet./

Buchweizen ist kein Getreide

Trotz des Namens handelt es sich bei Buchweizen also streng genommen gar nicht um ein Getreide, sondern um eine Pflanzengattung aus der Familie der sogenannten „Knöterichgewächse“. Buchweizen stammt ursprünglich aus dem östlichen Zentralasien und gelangte durch die Wanderungen der Mongolen im 14. Jahrhundert nach Europa. Er weist heute noch deutliche Merkmale einer Wildpflanze auf. Mittlerweile hat Buchweizen vor allem im gesamten asiatischen Raum und in Russland eine große Bedeutung als Grundnahrungsmittel, wird aber auch in Nordamerika, Mittel- und Westeuropa kultiviert.

Eine Alternative bei Gluten- oder Weizenunverträglichkeit

Foto: Poles - Fotolia.com

Da die Schließfrüchte des Buchweizens glutenfrei sind, spielt Buchweizen-Mehl eine wichtige Rolle bei der Ernährung von Menschen, die unter einer Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) leiden. Der Körper kann bei dieser Erkrankung das Gluten nicht verarbeiten. Auch für Menschen mit einer Weizenunverträglichkeit ist Buchweizen eine echte Alternative.

Abwechslung auf dem Speiseplan

Aber jenseits von Gluten- oder Weizenunverträglichkeit: Für jeden, der einfach etwas mehr Abwechslung in seinen Speiseplan bringen möchte, lohnt es sich, Buchweizen einmal auszuprobieren. Mit etwas Geschick lässt sich Buchweizen genauso gut und vielseitig wie Weizen einsetzen. Es lassen sich daraus zum Beispiel ganz einfach Muffins, Fladen, Pfannkuchen oder Rührkuchen herstellen. Ähnlich wie Risotto eignet sich Buchweizen sehr gut als Beilage oder für die Zubereitung von Suppen, Aufläufen oder Bratlingen sowie zum Füllen von Gemüse. Auch als Grütze oder Brei findet Buchweizen (vor allem außerhalb Europas) Verbreitung als Frühstücksgrundgetreide. Der leicht herbe und weniger süße Geschmack geben eine besondere Note.

Vitamine und Nährstoffe

Im Vergleich zu herkömmlichem Getreide enthält Buchweizen besonders hochwertig zusammengesetztes Eiweiß mit lebenswichtigen Aminosäuren. Außerdem sind der Gehalt an Eisen, Kalium und B-Vitaminen durchaus mit denen des Weizens vergleichbar. Allerdings: Buchweizenmehl ist in der Regel auch teurer als herkömmliches Weizenmehl.

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