140.000 protestieren gegen versteckten Gentechnik-Einsatz

26.05.2014

Burger ohne Gentechnik – oder eine klare Kennzeichnung: Das fordern die Verbraucher von McDonald's. foodwatch hat heute drei Pakete mit rund 35.000 neuen Protest-Unterschriften an die Deutschland-Zentrale des Konzerns geschickt. Insgesamt haben sich der foodwatch-Protestaktion seit dem Start vor zehn Jahren bereits rund 140.000 Bürger angeschlossen.

Vor zehn Jahren startete foodwatch die E-Mail-Aktion gegen versteckte Gentechnik bei McDonald's. Unter www.burgerbewegung.de können Verbraucher seither Protest-E-Mails an McDonald's senden und sich auch auf der Straße in Unterschriftenlisten eintragen. 35.000 Unterschriften kamen so in den vergangenen drei Jahren „auf Papier“ hinzu – diese gingen heute in drei großen Paketen nach München, direkt an den Deutschland-Chef von McDonald's, Holger Beeck. Insgesamt haben sich mittlerweile 140.000 Menschen mit ihrer Unterschrift an die Fast-Food-Kette gewandt.

Mehr Gentechnik statt weniger

Doch McDonald’s ignoriert die Wünsche seiner Kunden weiterhin. Der Fastfood-Riese weigert sich, von seinen Rindfleisch-Lieferanten den Verzicht auf gentechnisch veränderte Futterpflanzen zu verlangen. Und damit nicht genug: Nun hat McDonald’s auch seine Selbstverpflichtung aufgekündigt, wonach die Hähnchenfleischlieferanten auf Gentechnik-Futter verzichten sollten. Künftig kann also auch das Fleisch für Chicken McNuggets, McChicken  und Co. von Hähnchen kommen, die mit gentechnisch veränderten Pflanzen, wie z.B. Mais oder Soja, gefüttert wurden.

So lautet das Fazit nach zehn Jahren: Mehr statt weniger Gentechnik bei McDonald‘s. Rund 2,4 Millionen Deutsche essen täglich bei McDonald’s, etwa 100 000 Kilo Rindfleisch pro Tag. In den letzten zehn Jahren sind also gut 350.000 Tonnen Rindfleisch für McDonald’s verarbeitet worden. Ob dieses Fleisch mithilfe von Gentechnik produziert wurde oder nicht, erfahren die Verbraucher jedoch nicht. Denn McDonald’s weigert sich, den Einsatz von Gentechnik auf seinen Produkten zu kennzeichnen. Damit macht McDonald’s seine Kunden zu Zwangsunterstützern von Gentechnik.

Ausreden statt Transparenz

Auf die Frage eines Verbrauchers auf dem offiziellen Kundenportal, warum McDonald‘s immer noch nicht auf Gentechnik verzichte, windet sich der Konzern in Ausreden: Es sei gar nicht möglich, Gentechnik zu meiden, da die Fleisch-Lieferanten nicht angeben, ob gentechnisch verändertes Tierfutter im Einsatz war oder nicht. Doch in Wahrheit wäre es für McDonald’s kein Problem, den Gentechnik-Verzicht von seinen Lieferanten einzufordern: Denn seit 2004 muss Gentechnik in Lebens- und Futtermitteln gekennzeichnet werden. Die Landwirte wissen also ganz genau, was sie an ihre Tier verfüttern und könnten diese Informationen an McDonald‘s weitergeben. Richtig ist also eher: McDonalds will es gar nicht wissen.

Dem Konzern kommt es gelegen, dass gentechnisch veränderte Futtermittel zwar gekennzeichnet werden müssen, tierische Produkte wie Fleisch aber auch Eier, Milch und Käsewaren, die mit diesen Futtermitteln hergestellt wurden, bislang jedoch noch nicht. Eine freiwillige Kennzeichnung wäre aber selbstverständlich möglich. McDonald’s stiehlt sich einfach aus der Verantwortung und verweigert seinen Kunden echte Wahlfreiheit.

85 Prozent der Verbraucher gegen Agrargentechnik

Warum die Fastfood-Kette sich querstellt? Ganz einfach: Weil die überwältigende Mehrheit der Verbraucher – laut einer aktuellen Studie des Bundesumweltministeriums 84 Prozent – Gentechnik in der Landwirtschaft ablehnt und transparent gekennzeichnete Burger wohl nicht mehr kaufen würde. McDonald’s müsste sich dann ernsthafte Gedanken über seine Lieferbeziehungen machen und Gentechnik-Verzicht bei Futtermitteln einfordern.

Das würde noch nicht einmal große Mehrkosten verursachen. Schon lange behauptet McDonald's, es gebe gar nicht ausreichend bezahlbare konventionelle Soja auf dem Markt, um die Rinder für die Fleischproduktion aller deutschen Restaurants gentechnikfrei zu füttern. Das war schon 2007 falsch: Damals legte foodwatch dem Unternehmen das Angebot einer brasilianischen Firma vor, die es mit ausreichend gentechnikfreier Soja beliefern würde. Die Annahme dieses Angebots hätte zu Mehrkosten von gerade einmal 1,4 Cent pro Hamburger geführt.

 
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