Becel Omega-3 Öl: viel Geld für wenig Omega-3

Becel Omega-3 Pflanzenöl von Unilever: Kandidat für den Goldenen Windbeutel

Unilever täuscht mit seinem Becel Pflanzenöl ein hochwertiges Gesundheitsprodukt vor und rühmt das Öl als Quelle von gesundem Omega-3. Ganz normales Rapsöl enthält aber ein Drittel mehr von dieser wichtigen Fettsäure und kostet deutlich weniger. Hauptzutat bei Unilever ist billiges Sonnenblumenöl, hochwertig ist lediglich der Preis (6,58 Euro pro Liter).

Unilever bewirbt sein Produkt mit den Aussagen: „für ein gesundes Herz-Kreislaufsystem“ und „3x mehr Omega-3 als Olivenöl“. Doch die von Unilever beworbenen Omega-3-Fettsäuren sind laut Nährwerttabelle im Produkt nur zu 5,8 Gramm pro 100 Milliliter enthalten. Umgerechnet auf 100 Gramm Becel-Öl sind das 6,3 Gramm Omega-3-Fettsäuren. Pures Rapsöl enthält im Vergleich zum Becel-Öl etwa ein Drittel mehr Omega-3-Fettsäuren (nämlich rund 9 Gramm pro 100 Gramm) und ist in der Regel auch deutlich günstiger (zwischen 0,99€ und 4€ pro Liter).

Vergleich mit Olivenöl ist irreführend

Auf der Vorderseite wirbt Unilever mit der Aussage „3x mehr Omega-3 als Olivenöl“. Das ist ein irreführender Vergleich. Denn Olivenöl enthält naturgemäß nicht besonders viele Omega-3-Fettsäuren (nicht einmal 1 Gramm pro 100 Gramm).

Omega-6 versus Omega-3

Bei der gesundheitlichen Bewertung von Pflanzenölen kommt es auf die richtige Zusammensetzung der Fettsäuren an: Eine zu hohe Aufnahme von Omega-6 kann die positiven Wirkungen des Omega-3 auf Bluteigenschaften, Immunsystem und Entzündungsreaktionen hemmen. Deswegen empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) für die Aufnahme von Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren ein Verhältnis von höchstens 5:1. Auch die von Becel genutzte gesundheitsbezogene Werbeaussage „für ein gesundes Herz-Kreislaufsystem“ geht von dem Verhältnis 5:1 aus, wie eine Fußnote im Kleingedruckten auf der Rückseite erklärt. Allerdings: Das Becel-Öl hat ein eher ungünstiges Verhältnis von 7:1, pures Rapsöl von 2:1.

Eine Anfrage von foodwatch zu den von Unilever genutzten Werbeaussagen blieb auch auf Nachfrage unbeantwortet.

Zuletzt geändert am 23.10.2017
 
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