NRW: Knappe Mehrheit der Eltern will Änderungen bei Schulmilch

07.09.2018
Foto: © Christian Schwier, MP2 – fotolia.com/Montage: Roland Koletzki - foodwatch

Sollten Milch und Kakao an Schulen weiter mit Steuergeldern gefördert werden? Eltern in Nordrhein-Westfalen sind bei dieser Frage gespalten, wie eine repräsentative Forsa-Befragung im Auftrag von foodwatch zeigt: Eine knappe Mehrheit von 51 Prozent spricht sich für Änderungen am Schulmilchprogramm und ein Ende der Kakaosubvention aus. 47 Prozent sind dagegen der Meinung, NRW solle weiterhin sowohl ungesüßte Milch als auch gezuckerten Kakao bezuschussen. 

foodwatch kritisiert, dass dass der Konsum gezuckerter Milchgetränke von der Milchwirtschaft und vom Land NRW immer wieder als unschädlich oder gar gesund dargestellt wird. Tatsächlich jedoch hat die EU ihre Förderrichtlinien beim Schulmilchprogramm gerade erst geändert: Mit Blick auf die Übergewichtsentwicklung bei Kindern sollen nur noch ungezuckerte Milchprodukte gefördert werden. Auch die offiziellen, von der Bundesregierung initiierten, Qualitätsstandards für Schulverpflegung von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sehen keine Abgabe von Milchprodukten mit Zuckerzusatz vor. NRW hat trotzdem eigens eine Ausnahmeregelung geschaffen, um weiterhin subventionierten Kakao an den Schulen zuzulassen.

foodwatch-Geschäftsführer Martin Rücker

„Die Landesregierung sollte dieses steuerfinanzierte Zuckerprogramm beenden und stattdessen dafür Sorge tragen, dass die Schulverpflegung insgesamt ausgewogener wird und zum Beispiel mehr Mittel für das Obst- und Gemüseprogramm zur Verfügung stehen. Eine Absatzförderung für die Milchwirtschaft auf Kosten der Gesundheit von Kindern ist völlig inakzeptabel.“

Martin Rücker, Geschäftsführer von foodwatch

Hessen stoppt Zuckermilch-Förderung

Nordrhein-Westfalen ist neben Berlin und Brandenburg das einzige Bundesland, das an der Förderung gezuckerter Milchprodukte wie Kakao festhält. Nach Kritik von foodwatch hatte zuletzt Hessen ein Ende der Kakao-Förderung verkündet. In NRW plant Umweltministerin Ursula Heinen-Esser eine Evaluation des Schulmilchprogramms bis zu den Herbstferien, dann solle eine Entscheidung fallen. Genaue Kriterien für die Evaluation nannte die Ministerin nicht, die Eltern sollen in den Prozess aber mit einbezogen werden. 

Kinder konsumieren viel zu viel Zucker

15 Prozent der Kinder und Jugendlichen gelten als übergewichtig – ein wesentlicher Grund dafür ist eine unausgewogene Ernährung. Besonders der zu hohe Konsum gezuckerter Lebensmittel wird von Ernährungswissenschaftlern, der Ärzteschaft und der Weltgesundheitsorganisation gleichermaßen bemängelt. 

Schulmilch: Kein Steuergeld für die Extraportion Zucker!

Unterschriften

Die EU will aus gesundheitlichen Gründen keine gezuckerte Schulmilch mehr fördern. Doch einige deutsche Bundesländer hebeln diese Regelung aus. Jetzt protestieren! Mehr erfahren

Datenschutzhinweis

 

Foto: © Christian Schwier, MP2 – fotolia.com/Montage: Roland Koletzki - foodwatch

 
Newsletter abonnieren

Aktionen, Infos, Tests – Sie
erfahren´s zuerst.

Wir sind foodwatch


Verbraucher kämpfen gemeinsam für ihre Rechte – seien Sie dabei!