Werbung mit Coca-Cola und McDonald's: Kinderärzte kritisieren DFB

14.06.2018

Dass die Fußball-Weltmeisterschaft bevorsteht, ist in jedem Supermarkt zu erkennen. Viele Lebensmittelhersteller werben mit Fußball-Symbolen – überwiegend allerdings für ungesunde Produkte. Der Kinderärzteverband kritisiert zudem den DFB für seine Werbedeals mit McDonald's und Coca-Cola.

Fußball-Nuggets, Kekse in Trikotform, die Mannschaftspackung Burger oder der Elferpack Bierdosen: Während die deutsche Mannschaft in Russland einen strengen Ernährungs- und Trainingsplan hat, stehen bei vielen Fans Bratwurst, Chips, Bier und viele Stunden vor dem Fernseher auf dem Programm. Wissenschaftler und Ärzte zeigen sich besorgt über mögliche Gesundheitsfolgen für WM-Zuschauer. So warnte die Medizinische Universität Wien davor, während der Spiele zu viele zuckerhaltige Getränke zu trinken. „An manchen Tagen finden drei Spiele statt. Da lassen sich mit Schorlen statt Limonaden und puren Säften viele Kalorien sparen“, rät die Wiener Ernährungswissenschaftlerin Maria Wakolbinger. Sie empfiehlt, Softdrinks und Fruchtsäfte zumindest mit reichlich Wasser zu mischen.

Kinderärzte: DFB mitverantwortlich für Übergewicht bei Kindern

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte kritisiert zudem den DFB für seine Werbedeals mit McDonald's und Coca-Cola. Der Verband bezeichnete es als Skandal, dass der DFB sich in seiner Satzung zur Förderung gesunder Ernährung und ausreichender Bewegung bekenne und sich gleichzeitig von den beiden Konzernen sponsern lasse. „Mit seinem Verhalten trägt der DFB mit dazu bei, dass immer mehr Kinder und Jugendliche Übergewicht entwickeln, denn ein entscheidender Faktor für Übergewicht ist neben Bewegungsmangel zu fette und zu süße Ernährung“, sagte Verbandssprecher Josef Kahl. Auch die Brauerei Bitburger gehört zu den Premium-Partnern des DFB.


„McDonald's und Coca-Cola engagieren sich in karitativen Projekten sowie breitensportlichen Initiativen um Aufklärung zum Thema Ernährung und Bewegung“, erklärte der DFB zu der Kritik an seinen Sponsoren. „So ist McDonald's Förderer des DFB-Fußball-Abzeichens und unterstützt so die Bewegung von Kindern und Jugendlichen.“ Der Genuss eines Hamburgers mit Salat und Orangensaft stelle zudem nach ökotrophologischen Empfehlungen keine Fehlernährung dar.

„Aus ernährungsphysiologischer Sicht ist es natürlich nicht sinnvoll, dass die ungesunden Snacks als besonders WM-tauglich beworben werden“, sagte Antje Gahl, Sprecherin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Letztlich komme es aber während der vier WM-Wochen auf das richtige Maß an.

(mit dpa)

 
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