Umweltbundesamt weist Bauernpräsidenten zurecht

24.09.2008

foodwatch „fälscht Klimabilanz“ – so hatte der Deutsche Bauernverband auf die Veröffentlichung unserer Klima-Studie reagiert. Mit Zahlen des Umweltbundesamtes (UBA) wollte die Bauern-Lobby die CO2-Bilanz der Landwirtschaft schönrechnen. Doch dies weist das UBA nun in einem persönlichen Schreiben an Bauernpräsident Sonnleitner entschieden zurück.

„Per Saldo sind Land- und Forstwirtschaft also die einzigen Wirtschaftszweige, die mit ihrer Produktion zugleich auch Klimagase reduzieren und eine positive CO2-Bilanz haben.“ Das behauptete der Deutsche Bauernverband in einer Pressemitteilung mit dem Titel „Bode fälscht Klimabilanz“ in Anspielung auf foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode am 27. August 2008. Als Beleg zitierte der Lobbyverband der Bauern Zahlen, die angeblich vom Umweltbundesamt (UBA) stammten.

UBA-Vizepräsident Thomas Holzmann stellt jetzt in einem persönlichen Schreiben an Bauernpräsident Gerd Sonnleitner richtig: „Die Angaben entsprechen nicht den vom Umweltbundesamt veröffentlichten Zahlen.“ Er fordert den Bauernverband in dem Schreiben auf, künftig Berechnungen des Umweltbundesamtes nicht falsch wiederzugeben.

Bundesamt bestätigt: Landwirtschaft schädigt Klima

foodwatch hatte im August 2008 eine wissenschaftliche Studie zu den Klimawirkungen der Landwirtschaft veröffentlicht. Demnach stößt die deutsche Landwirtschaft annähernd soviel Treibhausgase aus wie der Straßenverkehr und belastet das Klima somit erheblich. Dieses Ergebnis bestätigt auch das Umweltbundesamt grundsätzlich in seinem Schreiben und widerlegt damit die Behauptung des Bauernverbandes, die Landwirtschaft sei gut für das Klima. Auch das UBA hat errechnet, dass in der Landwirtschaft erhebliche Mengen klimaschädlicher Gase entstehen.

Treibhausgase in der Landwirtschaft reduzieren!

Am morgigen Donnerstag treffen sich die Agrarminister der Länder mit Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer zu einer Herbsttagung. foodwatch fordert Horst Seehofer auf, die klimaschädlichen Auswirkungen der Landwirtschaft endlich anzuerkennen. Landwirtschaft muss Teil der Klimapolitik werden. Wie für andere Wirtschaftbereiche müssen auch hier konkrete Reduktionsziele festgelegt werden.

 
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