foodwatch-Produktrückruf: Rewe Bio-Weichweizengrieß

03.12.2015

foodwatch warnt vor dem Verzehr des Bio-Weichweizengrieß‘ von Rewe. In einem Labortest wurden bei der Handelsmarke Rückstände aromatischer Mineralöle nachgewiesen, die als potenziell krebserregend und erbgutverändernd gelten. foodwatch empfiehlt, bereits gekaufte Grieß-Packungen in ihre Rewe-Filialen zurückzubringen und den Einkaufspreis zurückzuverlangen.

Aufgrund ihrer Risikobewertung gelten aromatische Mineralöle nach übereinstimmender Einschätzung von Behörden und dem Spitzenverband der deutschen Lebensmittelwirtschaft BLL als „unerwünschte Einträge“ – sie sollten also noch nicht einmal in Spuren in den Lebensmitteln nachweisbar sein. Nach Auffassung von foodwatch ist der Bio-Grieß von Rewer daher nicht verkehrsfähig und muss schnellstmöglich aus den Regalen geräumt werden – das gilt erst recht für Grieß, der häufig von Kindern verzehrt wird. Sollte der Handelskonzern nicht selbst handeln, müssen die Behörden reagieren und dieses Gesundheitsrisiko aus dem Verkehr ziehen. Weil Rewe bislang selbst nicht aktiv wurde, veröffentlichte foodwatch heute selbst einen öffentlichen Rückruf.

foodwatch-Test wies Mineralölbelastung nach

Bereits Ende Oktober 2015 hatte foodwatch die Ergebnisse eines umfassenden Mineralöltests mit 120 Lebensmitteln aus Deutschland, Frankreich und den Niederlanden publiziert. In der Laboranalyse wurden in einer Charge des Rewe-Bio-Weichweizengrieß‘ mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 30.4.2016 aromatische Mineralöle nachgewiesen. Weil keine Reaktion erfolgte, schrieb foodwatch Rewe Anfang November an und wies auf die Testergebnisse hin. Eine Antwort von Rewe blieb jedoch aus, ebenso der aus Sicht von foodwatch angebrachte Rückruf des Produkts.

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Kaufland rief belasteten Reis zurück

Dagegen hatte der italienische Hersteller Curti in der vorvergangenen Woche den bei Kaufland vertriebenen und ebenfalls mit aromatischen Mineralölen belasteten „Curtiriso Langkorn-Naturreis“ aus dem Verkauf genommen. Nach Aufforderung von foodwatch veranlassten Kaufland und Curti schließlich auch einen öffentlichen Produktrückruf, der zudem über das vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) betriebene Portal lebensmittelwarnung.de verbreitet wurde.

Problematisch: Verpackungen aus Recyclingpapier

Weil Mineralölrückstände durch ungeeignete Verpackungsmaterialien oder fehlerhafte Produktionsprozesse in die Lebensmittel gelangen, ist der Verdacht naheliegend, dass auch weitere als die getesteten Chargen betroffen sind. Vor allem Verpackungen oder Umverpackungen aus Recyclingpapier enthalten oft Mineralöle und eine Vielzahl anderer bedenklicher Substanzen wie Weichmacher und Lösungsmittel.