Nach foodwatch-Kritik: Rossmann nimmt Produkt aus dem Verkauf

15.05.2017

Rossmann stoppt den Verkauf des mit Mineralöl belasteten Brotaufstrichs „Paprika-Chili Pflanzliche Pastete“ seiner Eigenmarke „Ener Bio“. Das bestätigte das Unternehmen heute gegenüber foodwatch. Zuvor hatte foodwatch einen Rückruf gefordert, weil eine Laboranalyse der Zeitschrift „Ökotest“ (Mai-Ausgabe) in dem Produkt krebsverdächtige Mineralöle nachgewiesen hatte. In seiner ersten Reaktion hatte Rossmann es zunächst abgelehnt, den belasteten Brotaufstrich aus dem Verkauf zu nehmen. 

„Die Sortimentsleitung hat noch am Freitag entschieden, den Verkauf des Produktes 'EneBiO Paprika-Chili, Pflanzliche Pastete' in allen Rossmann-Drogeriemärkten einzustellen“, erklärte heute ein Sprecher des Unternehmens gegenüber foodwatch. Zunächst hatte Rossmann dagegen abwiegelnd auf die Kritik von foodwatch reagiert. Man teile die Einschätzung von foodwatch über die gesundheitlichen Gefahren von mineralölbelasteten Lebensmitteln nicht, so Rossmann. Die Wettbewerber dm und Müller hatten den Verkauf belasteter Produkte dagegen gestoppt. 

Aromatische Mineralöle (MOAH) stehen laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) unter Verdacht, krebserregend und erbgutverändernd zu sein. Auch dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zufolge sollte kein nachweisbarer Übergang von MOAH auf Lebensmittel stattfinden.   

Allos lässt belastetes Tartex im Handel

Rossmann nimmt neben dem Brotauftrich der Eigenmarke auch den belasteten Auftstrich „Tartex Brotzeit Tomate“ von Allos aus dem Sortiment. In anderen Geschäften wird das Produkt allerdings weiter verkauft. Allos teilte foodwatch mit, man habe Kokosfett als Quelle identifiziert und den Lieferanten gewechselt. Anlass für einen Verkaufsstopp sieht das Unternehmen nicht. foodwatch fordert Allos auf, das betroffene Produkt sofort aus dem Verkehr zu ziehen und den Verbraucherinnen und Verbrauchern nicht länger wissentlich Mineralöl-Belastungen zuzumuten.

Gesetzliche Grenzwerte für Mineralöl fehlen!

Die unterschiedlichen Reaktionen der Unternehmen auf die Mineralöl-Funde in ihren Produkten zeigen: Der Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher darf nicht allein den Herstellern und Händlern überlassen werden. foodwatch fordert Bundesregierung und EU auf, endlich sichere Grenzwerte für Mineralöl vorzuschreiben. Unterstützen Sie diese Forderung und unterzeichnen Sie jetzt! 

fotolia.com: © nipaporn, © rimglow, © volff, © Winai Tepsuttinun, © Xavier; Montage foodwatch

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