Erfolg: Grenzwerte für Quecksilber in Fisch werden nicht gelockert

28.11.2018

Die Europäische Union will die Grenzwerte für Quecksilber in Fisch nun doch nicht lockern. Ursprünglich sollte eine deutlich höhere Dosis des Nervengifts in bestimmten Fischsorten erlaubt werden. Die EU hatte vor drei Jahren einen entsprechenden Vorschlag vorgelegt. foodwatch hatte die geplante Lockerung der Grenzwerte damals öffentlich gemacht und scharf kritisiert, fast 80.000 Menschen in Deutschland und den Niederlanden unterzeichneten eine Online-Protestaktion. Jetzt ist die Grenzwert-Anhebung vom Tisch.

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„Die Quecksilber-Höchstwerte für einige Fischarten sind bereits deutlich höher als bei anderen Lebensmitteln – eine noch weitere Lockerung der Grenzwerte wäre absolut unverantwortlich gewesen, denn insbesondere Schwangere und kleine Kinder müssen viel konsequenter vor diesem Schwermetall geschützt werden. Anstatt die Höchstwerte für die Quecksilber-Belastung einfach heraufzusetzen, nur damit weiterhin hochbelasteter Fisch verkauft werden darf, muss die EU-Kommission alles daran setzen, die Belastung für Menschen zu senken.“

Matthias Wolfschmidt, internationaler Kampagnendirektor foodwatch

Die Arbeit von foodwatch wirkt

Die Europäische Kommission hatte ursprünglich geplant, den zulässigen Quecksilber-Höchstwert bei Raubfischen von einem auf zwei Milligramm pro Kilogramm Fisch zu verdoppeln. Damit sollte erreicht werden, dass die Fischindustrie große Mengen ihres hochgradig mit Quecksilber belasteten Fangs legal vermarkten kann. Untersuchungen der europäischen Lebensmittelbehörde EFSA zeigen, dass insbesondere große Raubfische am Ende der Nahrungskette wie Schwert- und Thunfische oft deutlich höher mit Quecksilber belastet sind, als es die geltenden Grenzwerte eigentlich erlauben. Heute dürfen etwa 50 Prozent des Fangs nicht verkauft werden – die geplante Lockerung der Grenzwerte hätte zur Folge gehabt, dass nur noch 14,5 Prozent des Fangs als unverkäuflich eingestuft würden. Die gesundheitlichen Risiken für die Verbraucherinnen und Verbraucher hätten sich dadurch deutlich erhöht. In einem Arbeitsgruppen-Treffen im September im zuständigen SCOPAFF-Ausschuss (Ständiger Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebensmittel und Futtermittel) kündigte die EU-Kommission allerdings an, die Grenzwerte nun doch nicht anzuheben. Das zeigt eine jetzt im November veröffentlichte offizielle Zusammenfassung des Treffens.

Wie gefährlich ist Quecksilber?

Quecksilber ist ein für den Menschen hochgiftiges Schwermetall. Es wird etwa von Kohlekraftwerken in die Luft oder als Bestandteil von Agrochemikalien in Böden und Gewässer freigesetzt. Im Meer wird daraus das 100-fach giftigere Methyl-Quecksilber, welches von Fischen aufgenommen wird. Die Verschmutzung der Weltmeere mit dem Nervengift birgt ein gravierendes gesundheitliches Risiko, vor dem die deutsche Bundesregierung insbesondere Schwangere und (Klein-) Kinder warnt. Das Schwermetall kann zu Entwicklungsstörungen des Fötus führen und bei Erwachsenen für eine Reihe von Nervenstörungen verantwortlich sein. Besonders hoch mit Quecksilber belastet sind Raubfische, die am Ende der Nahrungskette stehen, wie Hai-, Schwert- und Thunfische.

 
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