BfR bestätigt: Sauerstoff macht Fleisch ranzig und zäh

06.08.2010

Das Bundesverbraucherministerium hatte alle Probleme bei Fleisch in Verpackung mit so genannter Schutzatmosphäre bestritten. Ausgerechnet das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bestätigt in einem Gutachten im Auftrag des Ministeriums die foodwatch-Recherchen: Die Sauerstoff-Atmosphäre macht Fleisch ranzig und zäh.

Obwohl das Bundesverbraucherministerium sich zunächst öffentlich ganz schnell auf die Linie „Es gibt kein Problem“ festgelegt hatte, gab es eine Stellungnahme des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) in Auftrag. Nach nur vier Tagen liegt diese Einschätzung nun vor. Fazit: Das BfR bestätigt alle von foodwatch aufgebrachten Kritikpunkte an der Sauerstoff-Behandlung.

Verbrauchertäuschung, wissenschaftlich bestätigt

Wörtlich heißt es in dem Gutachten: „Das Fleisch behält seine rote Farbe länger [...]. Ein ranziger Geruch und Geschmack kann [...] früher eintreten als bei herkömmlich gelagertem Fleisch“. Auch eine beschleunigte Bildung der toxischen Cholesteroloxide, über die bereits das ebenfalls staatliche Max-Rubner-Institut berichtet hatte, bestätigt das Bundesinstiut. Deren Wirkung „im menschlichen Organismus ist nicht abschließend geklärt“. Daraus leitet das BfR ab, dass eine Gefärdung des Verbrauchers „nach derzeitigen Erkenntnissen“ nicht erwiesen ist.

Für foodwatch ist damit umso mehr klar: Die Sauerstoff-Behandlung führt Verbraucher über die tatsächliche Frische in die Irre, sie mindert die Qualität der Produkte und potenzielle Gesundheitsrisiken sind nicht abschließend geklärt. Gleichzeitig gibt es Alternativen für verpacktes Fleisch: Schutzatmosphären mit Stickstoff statt Sauerstoff oder Vakuumverpackungen. Der Handel muss die Sauerstoff-Behandlung sofort stoppen, Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) sie per Verodnung für die Zukunft ausschließen!

 
Newsletter abonnieren

Aktionen, Infos, Tests – Sie
erfahren´s zuerst.

Wir sind foodwatch


Verbraucher kämpfen gemeinsam für ihre Rechte – seien Sie dabei!