foodwatch stellt Kritik von Tönnies richtig

28.09.2018
Bild: Landratsamt Landsberg am Lech

Nachdem foodwatch amtliche Kontrollberichte veröffentlicht hatte, die wiederholte Hygienemängel bei den „Landsberger Wurstwaren“ zeigen, warf die Firma Tönnies foodwatch „Falschbehauptungen“ vor. Der größte Fleischkonzern Deutschlands, zu dem der Betrieb in Landsberg in Bayern gehört, suggerierte zudem in einer Pressemitteilung, dass foodwatch ein Gesprächsangebot abgelehnt hatte – beides ist nachweislich nicht richtig.

Vergangene Woche stellte foodwatch bisher unveröffentlichte Kontrollberichte der bayerischen Lebensmittelüberwachung online, die zeigen: In einer Landsberger Wurstfabrik des Fleischkonzerns Tönnies herrschten über Monate hinweg ekelerregende Zustände. Obwohl die zuständige Kontrollbehörde Bescheid wusste, informierte sie die Verbraucherinnen und Verbraucher nicht über die Hygienemängel.

20.09.2018

Ekel in Tönnies-Wurstfabrik

Fotogalerie (9 Bilder)

„Falschbehauptungen“ und „haltlose Vorwürfe“? Von wegen!

Nach der Veröffentlichung sprach Tönnies von „Falschbehauptungen“ und „haltlosen Vorwürfen“. Was der Fleischkonzern verschwieg: Es handelt sich bei den Vorwürfen nicht um „Behauptungen“ von foodwatch, sondern um offizielle, interne Kontrollberichte der bayerischen Lebensmittelüberwachung – diese hatte foodwatch öffentlich gemacht und daraus zitiert.

Gespräch und Besichtigung war bereits vereinbart

In einer Pressemitteilung suggerierte Tönnies zudem, dass foodwatch ein Gesprächsangebot abgelehnt hatte – in Wahrheit waren ein Gespräch und eine Besichtigung des Betriebs zum Zeitpunkt der Pressemitteilung bereits vereinbart, sogar ein konkreter Termin stand bereits fest. Dass ein Gespräch nicht früher zustande kam, lag an Schwierigkeiten auf beiden Seiten, einen gemeinsamen Termin zu finden. Aus Sicht von foodwatch war ein Termin vor der Veröffentlichung der Kontrollberichte auch nicht zwingend nötig gewesen, denn eine abgesprochene Betriebsbesichtigung zu einem fest vereinbarten Termin sagt nichts darüber aus, wie der Hygienezustand in dem Betrieb Monate vorher war – darüber geben die amtlichen Kontrollberichte Auskunft. 

"Nicht foodwatch erhebt hier Vorwürfe, sondern der amtliche Lebensmittelkontrolleur dokumentierte schwere Mängel in der Basishygiene. Tönnies tut nun so, als hätte es die Hygienemängel nie gegeben – dabei belegen die amtlichen Dokumente das Gegenteil. Wer dermaßen in seiner eigenen Realität lebt, mit dem macht ein Gespräch wenig Sinn."

Johannes Heeg von foodwatch

Keine Gesprächsgrundlage mehr

Aufgrund der Kommunikation von Tönnies im aktuellen Hygieneskandal und dem Umgang mit den Mängeln, hat foodwatch den vereinbarten Termin jetzt in einem Schreiben an das Unternehmen abgesagt. Auf dieser Basis sieht foodwatch keine gemeinsame Gesprächsgrundlage.

foodwatch kritisiert außerdem, dass das Landratsamt in Landsberg die Mängel nachträglich herunterspielen will und somit den eigenen Kontrollberichten widerspricht.

 

Bilder: Landratsamt Landsberg am Lech

 
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