Jeder vierte Betrieb wird beanstandet

Bild: branex/fotolia.com

Bei den amtlichen Lebensmittelkontrollen wird im Schnitt jeder vierte Betrieb beanstandet. Doch wo Gammelfleisch verkauft, Käse-Imitat als echter Käse deklariert oder Hygienevorschriften missachtet werden, bleibt geheim. Statistiken werden zwar veröffentlicht – aber nur anonym.

In Deutschland ist die Lebensmittelüberwachung Aufgabe der Bundesländer und Kommunen. Kontrolliert werden Betriebe, die Lebensmittel, Bedarfsgegenstände oder kosmetische Mittel herstellen, verarbeiten oder verkaufen. Die Kontrolleure inspizieren die Betriebe und entnehmen Proben, die sie zur Analyse in Labore geben.

Namen der Betriebe werden nicht genannt

Die Proben werden auf verschiedene Inhaltsstoffe, Keime und die Einhaltung gesetzlich festgelegter Höchstmengen untersucht. Überwacht wird auch, ob die Lebensmittel gemäß der Angaben des Anbieters zusammengesetzt sind und die Kennzeichnung korrekt ist.

Die Informationen und Daten aus der Lebensmittelüberwachung übermitteln die Bundesländer an das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Das BVL veröffentlicht diese Daten jährlich in einem Jahresbericht (zuletzt für 2017 vorgelegt) – ohne dabei die Namen der beanstandeten Betriebe oder Hersteller zu nennen.

Kneipen und Restaurants häufig beanstandet

Entsprechend wenig kann gegen Hygienesünder und Deklarationsbetrüger erreicht werden. Die Quote der beanstandeten Betriebe liegt seit Jahren nahezu unverändert bei rund 25 Prozent. Besonders häufig sind Gastronomiebetriebe, Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung oder Einzelhändler betroffen. Mit Abstand häufigster Grund für Kritik: Verstöße gegen Hygiene-Vorschriften. Welche Betriebe betroffen waren und welche Beanstandungen es genau gab, erfahren Verbraucher beim BVL aber nicht.

Kontrollen bei mehr als einer halbe Million Betriebe jährlich 

In Deutschland gibt es rund 1,2 Millionen registrierte Lebensmittelbetriebe. 2017 wurden laut BVL bundesweit 779.608 Kontrollbesuche in 504.794 Betrieben durchgeführt. Die Quote der beanstandeten Betriebe liegt seit Jahren nahezu unverändert bei rund 25 Prozent. 2017 lag die Quote wegen einer neuen Erfassungsmethode nur bei 13,6 Prozent. Diese Zahl umfasst nicht – wie in den Jahren zuvor – sogenannte informelle Beanstandungen.


Zuletzt geändert am 05.02.2019

 
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