Jeder vierte Betrieb wird beanstandet

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Bei den amtlichen Lebensmittelkontrollen wird im Schnitt jeder vierte Betrieb beanstandet. Doch wo Gammelfleisch verkauft, Käse-Imitat als echter Käse deklariert oder Hygienevorschriften missachtet werden, bleibt geheim. Statistiken werden zwar veröffentlicht – aber nur anonym.

In Deutschland ist die Lebensmittelüberwachung Aufgabe der Bundesländer und Kommunen. Kontrolliert werden Betriebe, die Lebensmittel, Bedarfsgegenstände oder kosmetische Mittel herstellen, verarbeiten oder verkaufen. Die Kontrolleure inspizieren die Betriebe und entnehmen Proben, die sie zur Analyse in Labore geben.

Namen der Betriebe werden nicht genannt

Die Proben werden auf verschiedene Inhaltsstoffe, Keime und die Einhaltung gesetzlich festgelegter Höchstmengen untersucht. Überwacht wird auch, ob die Lebensmittel gemäß der Angaben des Anbieters zusammengesetzt sind und die Kennzeichnung korrekt ist.

Die Informationen und Daten aus der Lebensmittelüberwachung übermitteln die Bundesländer an das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Das BVL veröffentlicht diese Daten jährlich in einem Jahresbericht (zuletzt für 2016 vorgelegt) – ohne dabei die Namen der beanstandeten Betriebe oder Hersteller zu nennen.

Kneipen und Restaurants häufig beanstandet

Entsprechend wenig kann gegen Hygienesünder und Deklarationsbetrüger erreicht werden. Die Quote der beanstandeten Betriebe liegt seit Jahren nahezu unverändert bei rund 25 Prozent. Auch 2016 wurde wieder jeder vierte Betrieb bei den amtlichen Kontrollen beanstandet. Besonders häufig sind Gastronomiebetriebe, Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung oder Einzelhändler betroffen. Mit Abstand häufigster Grund für Kritik: Verstöße gegen Hygiene-Vorschriften. Welche Betriebe betroffen waren und welche Beanstandungen es genau gab, erfahren Verbraucher beim BVL aber nicht.

Gesetzesverstöße in jedem vierten Betrieb

Dabei könnte gerade die Bekanntgabe von Ross und Reiter helfen, die Situation für Verbraucher zu verbessern. Denn die Mängel-Quote ist beträchtlich: 2016 wurden 12 Prozent aller genommenen Lebensmittelproben beanstandet, bei Fleischprodukten sogar 15 Prozent. Bei mehr als der Hälfte der beanstandeten Proben wurde gegen Vorschriften der „Kennzeichnung und Aufmachung" verstoßen, 16 Prozent der Proben wiesen mikrobiologische Verunreinigungen auf. Einige Zahlen zur Lebensmittelüberwachung in Deutschland 2016 aus dem jüngsten Bericht des BVL:

  • Rund 1,2 Millionen Lebensmittelbetriebe gibt es bundesweit
  • 851.933 Kontrollbesuche in 519.171 Betrieben wurden durchgeführt
  • Die Beanstandungsquote lag bei 23 Prozent der kontrollierten Betriebe (2013/2014/2015: 25 Prozent; 2012: 26 Prozent; 2011: 27 Prozent)
  • 375.000 Proben wurden im Labor untersucht (2015: 380.000; 2014: 382.000; 2013: 392.114; 2012: 395.386; 2011: 402.082)
  • 12 Prozent davon wurden beanstandet (2014/2015: 12 Prozent; 2013: 11 Prozent; 2012: 12 Prozent; 2011: 13 Prozent)
  • Bei Fleischprodukten lag die Beanstandungsquote sogar bei 15 Prozent (2015: 17 Prozent; 2014: zw. 15 und 16 Prozent; 2013: zw. 2015 und 2017; 2012: zw. 16 und 18 Prozent; 2011: zw. 17 und 19 Prozent)

Zuletzt geändert am 25.04.2017

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