EU verlängert strengere Grenzwerte für japanische Produkte

25.10.2012

Die strengsten EU-Grenzwerte für die Strahlenbelastung von Lebensmitteln gelten für Produkte aus Japan. Wie die Europäische Kommission gegenüber foodwatch bestätigte, werden die zunächst vorübergehend bis Ende Oktober erlassenen Höchstwerte verlängert – sie sollen noch bis 31. März 2014 Gültigkeit haben.

Als zu hoch und widersprüchlich hatte auch foodwatch die europäischen Grenzwerte für die Strahlenbelastung von Lebensmitteln kritisiert. Produkte aus der Tschernobyl-Region dürfen noch relativ hoch belastet auf den Markt kommen, bei Produkten aus Japan ist die EU in Folge des Fukushima-Unglücks jedoch strenger. Der Grund: Den Bürgern war es nicht zu vermitteln, dass die japanische Regierung für den Handel innerhalb des eigenen Landes viel strengere Grenzwerte ansetzte als die EU für den Import japanischer Produkte.

Streng bei Fukushima, weniger streng bei Tschernobyl

Lebensmittel, die in Japan nicht verkaufsfähig gewesen wären, hätten so einfach nach Europa verkauft werden können. Um dies zu verhindern, übernahm die EU die japanischen Höchstwerte für eingeführte Produkte aus dem asiatischen Land: 10 Becquerel pro Kilogramm (Bq/kg) für Trinkwasser, 50 Bq/kg für Milch- und Kinderprodukte und 100 Bq/kg für andere Lebensmittel. Für Produkte anderer Herkunft sind die Limits mit 370 bis 600 Bq/kg deutlich laxer – und das, obwohl selbst diese Höchstgrenzen von Produkten aus den von Tschernobyl betroffenen Regionen immer wieder überschritten werden. 

Die strengeren japanischen Grenzwerte hatte die EU zunächst befristet bis zum 31. Oktober 2012 festgesetzt. Wie die Kommission nun gegenüber foodwatch bestätigte, werden sie nun verlängert: Ihre Gültigkeit endet nun am 31. März 2014.

 
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