Wie kommen radioaktive Stoffe ins Essen?

Bild: fotolia.com/W. D. Summers

Eine gewisse Radioaktivität ist ganz natürlich in unserer Umwelt vorhanden und gelangt durch bestimmte Mineralien wie Kalium auch in die Nahrung. Künstliche Radioaktivität wurde vor allem durch den Reaktorunfall in Tschernobyl verursacht. Noch etwa die Hälfte des damals freigesetzten Cäsiums ist in der Biosphäre vorhanden.

Eine gewisse radioaktive Belastung von Nahrungsmitteln ist ganz normal, da es zum Beispiel im Boden natürlich vorkommende radioaktive Mineralien gibt. Diese werden zusammen mit anderen Nährstoffen von den Pflanzen über den Boden aufgenommen und können darüber einerseits in pflanzliche Nahrungsmittel gelangen, aber auch in tierische.

Kalium: Hauptursache für natürliche Radioaktivität

Der Hauptbestandteil der natürlichen Radioaktivität in Lebensmitteln resultiert aus Kalium 40. Kalium 40 ist ein natürlicher Bestandteil des Minerals Kalium. Das Mineral besteht zu 0,012 Prozent aus dem radioaktiven Isotop Kalium 40 und hat daher eine spezifische Aktivität von 30.9200 Becquerel pro Kilogramm.

Uran: Natürlicher Bestandteil im Boden

Neben Kalium 40 wird die natürliche Radioaktivität unserer Lebensmittel auch durch die langlebigen Radionuklide der Uran-, Radium- und der Thorium-Zerfallsreihe verursacht. Dazu gehören zum Beispiel Uran 238, Uran 234, Radon 222, Radium 226 oder Thorium 232. Das in den Böden und Gesteinen der Erdkruste vorkommende Uran 238 wurde bereits vor der Entstehung des Sonnensystems gebildet, ist aufgrund ihrer langen Halbwertszeit aber nach wie vor vorhanden. Es hat eine Halbwertszeit von circa 4,5 Milliarden Jahren. Unter Aussendung von Alpha-Strahlen zerfällt es in andere Radionuklide.

Radon: Belastung über den Luftweg

Die natürliche Kontamination von Nahrungsmitteln kann aber auch über den Luftweg erfolgen – durch das aus Böden und Gesteinen in die Atmosphäre gelangende gasförmige Radon 222. Es zerfällt in seine radioaktiven, aber nicht gasförmigen Folgeprodukte, die durch Ablagerung auf Blattoberflächen und anteiliger Aufnahme in das Blattinnere in Pflanzen enthalten sein können. Von Bedeutung sind hierbei die langlebigen Folgeprodukte des Rn 222, die Radionuklide Blei 210 und Polonium 210, die deshalb insbesondere im Blattgemüse in höheren Aktivitätskonzentrationen vorkommen können.

Radioaktivität von Lebensmitteln nach Tschernobyl

Direkt nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl waren Jod-Isotope für einen großen Teil der radioaktiven Belastung verantwortlich. So war das Jod-Isotop Jod 131 ein wesentlicher Bestandteil des radioaktiven Fallouts nach der Tschernobyl-Katastrophe. Aufgrund seiner kurzen Halbwertszeit war es aber rasch wieder verschwunden. Heute geht die künstlich verursachte Radioaktovität unserer Lebensmittel im Wesentlichen auf das Konto von Cäsium 137 – ein Isotop des Alkalimetalls, das nicht natürlicherweise in der Natur vorkommt. Die Halbwertszeit von Caesium 137 liegt bei mehr als 30 Jahren, so dass heute immer noch mehr als die Hälfte dessen in der Biosphäre ist, was 1986 aus dem Reaktor geschleudert wurde.


Zuletzt geändert am 20.09.2011

 
Newsletter abonnieren

Aktionen, Infos, Tests – Sie
erfahren´s zuerst.

Wir sind foodwatch


Verbraucher kämpfen gemeinsam für ihre Rechte – seien Sie dabei!