foodwatch fordert sauberes Trinkwasser für Sangerhausen

27.12.2016

In Sangerhausen im Südharz ist das Trinkwasser mit Uran, Nitrat und Sulfat belastet. Seit Jahren warten die Menschen auf den Anschluss an die Fernwasserleitung. foodwatch fordert die Verantwortlichen auf, einen verbindlichen Zeitplan vorzulegen. Bis Ende 2017 sollen die Sangerhäuser und Nachbargemeinden endlich sauberes Trinkwasser bekommen.

Schon vor Jahren ist der Beschluss gefallen: Sangerhausen soll sauberes Wasser aus der Rappbodetalsperre erhalten. Doch der Baubeginn für die etwa acht Kilometer lange Anschlussleitung wurde immer wieder verschoben. Und das, obwohl das nötige Geld längst bewilligt wurde. Die Kritik am zuständigen Wasserverband Südharz wurde deshalb immer lauter.

Protestaktion zum Schutz der Menschen in Sangerhausen

foodwatch fordert die Geschäftsführerin des Wasserverbandes und den Vertreter der Stadt im Wasserverband, den Sangerhäuser Oberbürgermeister, auf, einen verbindlichen Zeitplan aufzustellen. Sie sollen garantieren, dass das Bauvorhaben bis Ende 2017 abgeschlossen wird. Außerdem soll der Wasserverband dafür sorgen, dass bis dahin Babys, Kleinkinder und Schwangere Ersatzwasser erhalten. Über eine E-Mail-Protestaktion kann jeder die Forderung unterstützen und den Menschen in Sangerhausen helfen.

Seit Jahren kämpfen die Menschen in Sangerhausen für sauberes Trinkwasser.

Babys und Kleinkinder besonders gefährdet

Aktuell nähern sich die Uranwerte in Sangerhausen regelmäßig dem gesetzlichen Höchstwert von zehn Mikrogramm je Liter. Dieser Wert ist aber nur für Erwachsene unbedenklich, wie sich aus einer Wissenschaftlichen Stellungnahme der EU-Gesundheitsbehörde EFSA klar ableiten lässt. 

Für Trinkwasser gilt seit dem 1. November 2011 ein Grenzwert von zehn Mikrogramm Uran pro Liter. Dieser ist jedoch so hoch angesetzt, dass zwar Erwachsene, nicht aber Säuglinge und Kleinkinder ausreichend geschützt werden. foodwatch fordert einen Grenzwert von maximal zwei Mikrogramm Uran pro Liter. Nur so kann dem Gesundheitsschutz umfassend Rechnung getragen werden.

Uran ist ein toxisches Schwermetall. In höherer Dosis über einen längeren Zeitraum aufgenommen, kann es dauerhaft Blut, Knochen und Nieren schädigen. Auch Nitrat und Sulfat gelten als problematisch, die Wechselwirkungen der drei Substanzen verstärken die gesundheitlichen Risiken zudem.

„Der Wasserverband Südharz verschleppt das Bauprojekt immer wieder und setzt damit besonders die Kinder einer erheblichen Gesundheitsgefahr aus. Damit muss Schluss sein! Die Verantwortlichen müssen sich noch im Januar auf einen verbindlichen Zeitplan für den Bau der Leitung festlegen, damit noch 2017 sauberes Wasser fließt.“

Sophie Unger, foodwatch-Campaignerin

 
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