Dick werden mit Schweinsteiger, Müller & Co.

Fußballspieler – Bild: fotolia.com/Warren Goldswain

Um einem ungesunden Image entgegenzuwirken, versucht die Lebensmittelindustrie immer wieder, ihr Junk-Food mit einem Sportimage aufzuwerten. Junge, erfolgreiche Profi-Sportler – vor allem Fußballer – dienen dabei als begehrte Maskottchen für die Konzerne. Die sind beliebt und genießen als Idole großes Vertrauen, vor allem bei Kindern und Jugendlichen.

Was haben diese Personen gemeinsam: Thomas Müller, Maria Riesch, Bastian Schweinsteiger, Susi Kentikian, René Adler, Gerd Müller und die Huberbuam? Richtig. Alle lassen sich von der Lebensmittelindustrie vor den Karren spannen. Mit sportlichen Werbefiguren lassen sich Kartoffelchips, Wurst, zuckrige Milchgetränke und andere Süßigkeiten offenbar besser verkaufen.


Traurig, dass die Sportler ihre Vorbildfunktion nicht ernst zu nehmen scheinen. Denn als Sympathieträger genießen sie besonders bei Kindern und Jugendlichen großes Vertrauen. Doch als Maskottchen für ganz und gar nicht ausgewogene Lebensmittel werden Sie dieser Verantwortung nicht gerecht – im Gegenteil. Sie kurbeln im Auftrag der Konzerne die Verkaufszahlen für deren Produkte an. Und das quasi nebenberuflich, schließlich verdienen Profi-Sportler auch ohne Werbegelder schon deutlich mehr als Normalsterbliche.

Sportliches Image dank willfähriger Stars

Gerade Kindern wird so von ihren größten Helden vermittelt, dass Schokolade, Chips und Wurst besonders begehrenswert sind und gut zu einem sportlichen Lebensstil passen. Dabei essen die meisten deutschen Kinder schon zu viele Süßigkeiten und zu viel Fleisch, aber zu wenig Obst und Gemüse. Es ist armselig, dass sich Konzerne wie Ferrero oder Müller mit Hilfe von Sportlern ein besseres Image erkaufen können.


  • 28.04.2011

    Sportler-Werbung: Dick werden mit Schweinsteiger, Müller & Co.

    Fotostrecke (9 Bilder)
    • <b>Maria Riesch für Milka</b><br />Kraft Foods hat es mit Milka vor allem auf den Wintersport abgesehen – „seit vielen Jahren im Skisport erfolgreich vertreten“ nennt der Hersteller das in bestem Marketing-Deutsch. Maria Riesch rast derzeit im TV für Milka den Abhang herunter. Passend dazu: Die Schokolade „Abfahrt“. Mit mehr Gewicht auf den Hüften kommt man ja bekanntlich auch schneller den Berg runter.
    • <b>Thomas Müller für Bifi</b><br />„BiFi esse ich schon seit meiner Kindheit gern“, so Werbemaskottchen Thomas Müller über die Fett- und Salzbombe von Unilever. So etwas Ähnliches hat „Schweini“ früher auch gesagt. Der war nämlich vorher bei Unilever unter Vertrag. Nun ist er aber umgestiegen…
    • <b>Bastian Schweinsteiger für Chipsfrisch</b><br />...&nbsp;und schwärmt neuerdings für Chipsfrisch von funny-frisch. Auch Herr Schweinsteiger nimmt es offenbar mit der Verantwortung nicht so ernst, die er als Sympathieträger und Vorbild hat.
    • <b>Gerd und Thomas Müller für Müllermilch</b><br />Thomas Müller scheint seit seiner WM-Leistung schwer beliebt bei der Industrie. Für Müllermilch hat er sich Unterstützung seines Namensvetters Gerd Müller geholt. Und die von Müllermilch haben mitgedacht, denn der Zuckergehalt des Schoko-Drinks reicht mindestens für zwei. Pro Flasche sind es etwa 15 Stück Würfelzucker.
    • <b>Fußball-Nationalelf für nutella</b><br />Ferrero kennt sich aus mit Sport. Für nutella hat sich der Konzern die Fußball-Nationalmannschaft besorgt. Und, welch Wunder: Das Institut für Sporternährung e.V. empfiehlt neben der Milch-Schnitte als Zwischenmahlzeit auch nutella zum Frühstück. Trotz alarmierender Nährwerte und drei roter Ampeln.
    • <b>René Adler für Monte</b><br />Nationalkeeper René Adler und sein Bruder sind die Maskottchen der aktuellen Monte-Werbekampagne. Im TV-Spot wird erzählt, wie René durch seinen Bruder – und Monte, versteht sich – zum Fußball gefunden hat. Doch Nationaltorwart hin oder her – der Milchdrink ist fast so zuckrig wie Coca Cola.
    • <b>Susi Kentikian und die Huberbuam</b><br />für Milch-Schnitte Früher waren es die Klitschko-Brüder, heute Boxweltmeisterin Susi Kentikian und die Speedkletterer Huberbuam, die der Milch-Schnitte ein locker leichtes Image verleihen sollen. Doch in Wahrheit...
    • <b>Milch-Schnitte vs. Schoko-Sahnetorte&nbsp;</b><br />...im Vergleich zur Milch-Schnitte&nbsp;ist selbst Schoko-Sahnetorte (hier von Coppenrath &amp; Wiese) ein Diät-Produkt. Vielleicht sollte die Torte auch mal beim Institut für Sporternährung anfragen, ob sie als empfehlenswerte Zwischenmahlzeit durchgeht.
    • <b>Ferrero und der Sport</b><br />Und weil Sportler in TV-Spots anscheinend nicht ausreichen, um so richtig sportlich zu wirken, ist Ferrero darüber hinaus noch in Sportverbänden und -initiativen unterwegs. Doch: Ferrero ist und bleibt ein Süßwarenhersteller. Sportlich ist daran überhaupt nichts.
Zuletzt geändert am 09.04.2014

 
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