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Carlsberg nimmt Bio-Limo „Beo“ vom Markt

27.08.2010

Der Getränkekonzern Carlsberg nimmt seine Mogel-Limo „Beo“ vom Markt. foodwatch hatte die Bio-Limonade im September 2009 als Bio-Schwindel kritisiert: Nur Zucker und Gerstenmalzextrakt waren bio an Beo, echte Äpfel und Birnen hatte die Limonade nie gesehen.

Der Geschmack stammte von nicht näher definierten natürlichen Aromen, Äpfel und Birnen waren zwar auf der Verpackung abgebildet, aber nicht im Produkt.  Trotzdem bezeichnete Carlsberg die Limonade als „Bio Erfrischung“ aus „rein natürlichen Zutaten“. Mehr als 3.000 Verbraucher hatten sich über diesen Etikettenschwindel bei Carlsberg beschwert.

Immer schon eine „lahme Ente“

Aus dem „Stadium einer lahmen Ente“ sei „Beo“, die Bio-Limo von Carlsberg, laut einer Getränkefachzeitung nie herausgekommen. Nun zieht der Brauereikonzern die Konsequenzen und nimmt die Brause nach zwei Jahren vom Markt. Carlsberg hatte „Beo“ als „Bio Erfrischung“ mit „rein natürlichen Zutaten“ in „ausgezeichneter Bio-Qualität“ beworben. Tatsächlich steckten in der Brause aber gerade mal 5,5 Prozent Bio-Zutaten, nämlich Zucker und Malzextrakt. Für den Geschmack sorgte neben so „rein natürlichen“ Zutaten wie Citronensäure (E 330) und Ascorbinsäure (E 300) vor allem Aroma.

Legal, aber nicht richtig

Der Hersteller nutzte damit einen beliebten Trick der Lebensmittelindustrie. Der Begriff „natürliche Aromen“ suggeriert Natürlichkeit und Qualität – in Wahrheit sind die Aromen jedoch meist nur ein billiger Rohstoffersatz und haben mit echten Früchten nichts zu tun. Doch die EU-Bio-Verordnung erlaubt den Einsatz dieser „natürlichen Aromen“. Diese müssen nicht einmal aus biologischem Anbau stammen.  Um das Bio-Siegel zu erhalten reicht es aus, wenn Zucker oder Malzextrakt in einer Brause „bio“ sind. Das ist minimaler Bio-Einsatz für den maximalen Marketingeffekt, schließlich steht das Bio-Siegel bei vielen Verbrauchern für ehrliche, natürliche Produkte.

Die Bio-Täuschung brachte „Beo“ den vierten Platz bei der Wahl zur dreistesten Werbelüge 2010 und Beschwerden von mehr als 3.000 Verbrauchern über www.abgepeist.de ein.

 
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