274 Tonnen süß – Protest-Aktion in Düsseldorf

 

foodwatch hat in Düsseldorf vor dem Ministerium für Verbraucherschutz gegen die Kakao-Förderung an Schulen in NRW protestiert. Mit Transparenten forderten die Aktivistinnen und Aktivisten: „Kein Steuergeld mehr für zuckrigen Schulkakao!“ und „Kinder fördern statt Landliebe“. Ein Sprecher des Ministeriums stellte sich dem Protest vor Ort.

274 Tonnen Extra-Zucker subventioniert Nordrhein-Westfalen über gesüßte Schulmilchgetränke in einem Schuljahr – umgerechnet mehr als 90 Millionen Stück Würfelzucker. Mit einer Protestaktion hat foodwatch dem Land diesen Zuckerberg zurückgebracht: direkt vor die Tür des zuständigen NRW-Verbraucherministeriums.

Vor dem Bürokomplex in Düsseldorf baute die Verbraucherorganisation bei starkem Wind und Regen symbolisch einen überdimensionalen „Zuckerwürfel“ auf, der dem Volumen von 274 Tonnen Zucker entspricht: 6,8 Meter breit, 6,8 Meter lang, 6,8 Meter hoch.

NRW-Ministerium: werden „ergebnisoffen entscheiden“

Ein Sprecher des Ministeriums nahm von den foodwatch-Aktivistinnen und Aktivisten eine besondere Überraschung entgegen: eine vergoldete Packung Zucker – gekennzeichnet als „das letzte Kilo Zucker für die Schulkakaoförderung NRW“ und versehen mit dem „Verzehrdatum: 12.7.2019“, dem letzten Schultag in diesem Schuljahr. Der Ministeriumssprecher erklärte, dass man nicht „von heute auf morgen“ aussteigen könne. Aber die Landesregierung werde „ergebnisoffen entscheiden, wie es mit dem Schulmilchprogramm im kommenden Schuljahr weitergeht“.

NRW hält als letztes Bundesland an Kakao-Förderung fest

Im Rahmen des sogenannten Schulprogramms der Europäischen Union sollen eigentlich nur noch Milchprodukte ohne zugesetzten Zucker subventioniert werden. Zur Begründung verweist die EU ausdrücklich auf die Zunahme der Zahl fettleibiger Kinder. In Deutschland hatten die Bundesländer Brandenburg, Berlin, Nordrhein-Westfalen und Hessen allerdings eigens Ausnahmeregelungen geschaffen, um weiter Kakao & Co. zu fördern. Nach Kritik von foodwatch reagierten alle Länder und kündigten einen Stopp der Subvention gezuckerter Schulmilch an – außer NRW. foodwatch forderte Verbraucherministerin Ursula Heinen-Esser auf, die Förderung gezuckerter Schulmilch spätestens zum neuen Schuljahr 2019/2020 zu beenden.

Hessen, Berlin und Brandenburg – alle diese Bundesländer  sind nach dem Protest von foodwatch bereits aus der Subventionierung von gezuckerter Schulmilch ausgestiegen – nur NRW hält an der Förderung von Kakao fest. Noch. Wir bleiben dran! Aber Aktionen wie unser Protest in Düsseldorf kosten Geld. Nur mit der Unterstützung vieler Verbraucherinnen und Verbraucher können wir uns gegen Fehlernährung einsetzen. Bitte helfen Sie uns dabei – am besten als Mitglied von foodwatch:

 

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