Junkfood-Werbung in Videospielen: Konzerne ködern Kinder
foodwatch deckt auf: McDonald’s, Red Bull & Co. werben gezielt in bei Kindern beliebten Games für ungesunde Produkte.
Immer mehr Lebensmittelkonzerne setzen auf die Gaming-Welt, um Kinder und Jugendliche mit Werbung für zuckrige und fettige Produkte zu erreichen. Eine Recherche von foodwatch zeigt: In beliebten Spielen wie Minecraft, Roblox und Fortnite platzieren Unternehmen gezielt Junkfood-Marketing – teils über eigens entwickelte Spielwelten, teils durch Kooperationen mit prominenten Streamer:innen.
Games sind das neue Kinderfernsehen – und die Werbung darin genauso manipulativ.Recherche und Kampagnen bei foodwatch
Roblox, Fortnite, Minecraft – neue Werbeplattformen für Junkfood
Laut dem Digitalverband Bitkom verbringen 10- bis 18-jährige durchschnittlich 1,5 Stunden am Tag mit Videospielen. Roblox, Minecraft und Fortnite zählen zu den beliebtesten Games bei Kindern ab sechs Jahren. Diese Aufmerksamkeit nutzen Konzerne wie McDonald’s, Mondelez oder Mentos gezielt für sogenannte „in-game ads“, also Werbung direkt im Spielgeschehen, oder produzieren gleich eigene Spiele.
Beispielsweise kooperierte McDonald’s mit dem Spiel Minecraft zum Start des zugehörigen Kinofilms. Mondelez veröffentlichte ein Roblox-Spiel rund um seine Süßigkeit „Sour Patch Kids“, das inzwischen über vier Millionen Mal gespielt wurde. Auch Chupa Chups bietet interaktive Spielwelten auf Roblox an, etwa den Süßigkeiten-Freizeitpark „Candyland“.
Gamer:innen sind populäre Werbebotschafter
Zusätzlich setzen Konzerne auf Kooperationen mit reichweitenstarken Streamer:innen: Influencer wie Trymacs oder Papaplatte vermarkten Chips, Energy Drinks oder Süßwaren direkt in ihren Streams. Besonders präsent ist Red Bull: Mit eigenen Spielen, E-Sport-Events und Dauerpräsenz in Streaming-Formaten ist die Marke in der Gaming-Szene allgegenwärtig.
Kinder schützen!
Kinder in Deutschland konsumieren laut Studien bereits doppelt so viele Snacks und Süßwaren wie empfohlen, Werbung spielt dabei eine zentrale Rolle. Bundesernährungsminister Alois Rainer muss die Pläne seines Vorgängers Cem Özdemir für Junkfood-Werbeschranken wieder aus der Schublade holen und endlich umsetzen – auch für digitale Plattformen und Videospiele.
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