Klare Mehrheit gegen "Veggie-Burger"-Verbot
Eine forsa-Umfrage zeigt: Begriffe wie „Tofu-Wurst“ oder „Soja-Schnitzel“ halten die allermeisten Verbraucher:innen nicht für irreführend – ein Verbot lehnen sie ab.
Im Vorfeld entscheidender Verhandlungen auf EU-Ebene spricht sich eine deutliche Mehrheit der Verbraucher:innen gegen ein Verbot klassischer Fleischbegriffe für pflanzliche Ersatzprodukte aus. Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts forsa im Auftrag von foodwatch sehen 84 Prozent der Befragten keinen Bedarf für eine gesetzliche Einschränkung. Nur 15 Prozent befürworten ein Verbot.
Auch das oft bemühte Argument der Verbrauchertäuschung entkräftet die Umfrage deutlich: Nur 15 Prozent der Befragten gaben an, versehentlich ein veganes oder vegetarisches Produkt gekauft zu haben, obwohl sie eigentlich ein Fleischprodukt kaufen wollten. Die Diskussion um „Soja-Schnitzel“ oder „Tofu-Würste“ ist also nicht nur absurd, sondern auch unnötig.
Was hier als Verbraucherschutz verkauft wird, ist in Wahrheit Lobbyismus für die Fleischindustrie – auf Kosten des Vertrauens der Bürger:innen in die EU.Recherche und Kampagnen
Laut der Umfrage würde ein solches Gesetz auch dem Ansehen der EU schaden: 62 Prozent der Befragten sagten, dass sich ihr Bild von der Europäischen Union durch das geplante Verbot verschlechtern würde.
Alois Rainer muss Wort halten!
Im Oktober hatte das EU-Parlament einem Antrag der konservativen Europäische Volkspartei (EVP) zugestimmt, wonach Begriffe wie „Würstchen“, „Schnitzel“ oder „Burger“ für pflanzliche Lebensmittel verboten werden sollen. In Zukunft sollen diese Namen nur noch für Fleischprodukte erlaubt sein. Weil die Verbraucher:innen sonst angeblich verwirrt seien.
Bundesernährungsminister Alois Rainer hatte sich zuletzt gegen das Verbot ausgesprochen – ob er sich in Brüssel jedoch tatsächlich gegen das Vorhaben stellt, ist offen. Rainer muss nun konsequent handeln und sich in den anstehenden Trilog-Verhandlungen klar positionieren. EU-Kommission, Parlament und den Mitgliedstaaten haben ihre Gespräche in dieser Woche zu dem Thema fortgesetzt. Erst am Ende der Verhandlugnen wird sich entscheiden, ob es wirklich zu einem Verbot kommt.