Nachricht 09.09.2015

Malmström für Veröffentlichung des CETA-Mandats

EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström hat sich dafür ausgesprochen, das bisher unter Verschluss gehaltene Verhandlungsmandat für das europäisch-kanadische Freihandelsabkommen CETA zu veröffentlichen. Das erklärte die Politikerin gestern gegenüber foodwatch auf twitter. Zuvor hatten rund 28.000 Bürgerinnen und Bürger über eine gemeinsame E-Mail-Aktion der Organisationen Mehr Demokratie und foodwatch die Veröffentlichung des Mandats gefordert.

Über die Veröffentlichung des CETA-Mandates müssten letztlich die Regierungen der EU-Mitgliedstaaten entscheiden, die das Mandat erteilt haben, erklärte Cecilia Malmström über ihren Twitter-Kanal. Auf die Frage, ob sie sich für eine Veröffentlichung ausspreche, antwortete sie: „Yes“ (Link zur gesamten twitter-Konversation: http://tinyurl.com/malmstroem-tweets). Mit ihrer Positionierung setzt sich die EU-Handelskommissarin vom Europäischen Rat und vom Bundeswirtschaftsministerium ab, die auf Anfrage von foodwatch keinerlei Interesse an einem solchen Schritt zu mehr Transparenz gezeigt hatten.

Demokratie funktioniert nur mit Transparenz

In einer gemeinsamen Protestaktion fordern Mehr Demokratie und foodwatch die Veröffentlichung des CETA-Mandates. Denn Bürger und Parlamentarier haben ein Recht darauf zu erfahren, mit welchem Auftrag über unser aller Zukunft verhandelt wird. Die Verhandlungsmandate für internationale Handelsverträge sollten grundsätzlich veröffentlicht werden. Momentan versprechen die Verantwortlichen bei TTIP und CETA zwar Transparenz, veröffentlichen aber nur das, was sich unter Druck nicht mehr zurückhalten lässt - eine unwürdige Salamitaktik. Damit muss Schluss sein! Es ist eine ständige Veletzung  des Demokratieprinzips, wie unter Ausschluss der Öffentlichkeit über Dinge verhandelt wird, die das Leben von Millionen von Bürgern direkt betreffen.

Ziel ist ein Vergleich zwischen Mandat und Vertragsentwurf

Das europäisch-kanadische Abkommen CETA ist bereits fertig ausverhandelt und muss nur noch politisch beschlossen werden. Im Mandat ist festgehalten, welchen Auftrag die Regierungen der EU-Mitgliedsstaaten der Europäischen Kommission für die Verhandlungen erteilt haben. Ein Vergleich zwischen Mandat und Vertragsentwurf würde eine Bewertung ermöglichen, ob das Verhandlungsergebnis im Rahmen des Auftrags liegt oder nicht. Beim geplanten TTIP-Abkommen zwischen der EU und den USA hatte die Europäische Kommission das Verhandlungsmandat auf öffentlichen Druck hin schließlich veröffentlicht, zudem hatte Cecilia Malmström grundsätzlich mehr Transparenz bei den Freihandelsabkommen versprochen.

Auf Anfrage von foodwatch hatte der Europäische Rat eine Publikation des CETA-Mandats abgelehnt – mit dem Hinweis, es handele sich dabei „nicht um ein öffentliches Dokument“.