„Der Gefräßig-Macher”

19.06.2008

Nicht nur Zucker, Fett und Kohlehydrate sind für (Über-)Gewicht verantwortlich, sondern auch der Geschmacks„verstärker” Glutamat. Der Stoff vermag ganz offenbar den Stoffwechsel durcheinander zu bringen und Sättigungsmechanismen außer Kraft zu setzen. Der Mediziner Michael Hermanussen und die Ernährungswissenschaftlerin Ulrike Gonder nennen diese Substanz deshalb „Gefräßig-Macher”.

Ein unterhaltsames Sachbuch wollten die Autoren schreiben. Und allgemeinverständlich darlegen, was man derzeit wissenschaftlich darüber sagen kann, wie Appetit und Hunger gesteuert werden. Kein eben bescheidener Anspruch, der ihnen jedoch brillant gelingt. Denn die Autoren spannen den Bogen von der Hirnforschung über Heilversuche bis hin zu Psychotipps und einer Liste mit Glutamat-Verstecken in Lebensmitteln.

Ihr Buch liest sich streckenweise wie ein Fahndungsbericht darüber, welche Mittel und Wege Glutmatat beschreitet, um den Menschen gefräßig zu machen. Das erzählen die Autoren wissensreich, ohne zu belehren. Der Leser erfährt, dass große Teller und entsprechende Portionen nachweislich zu einer größeren Nahrungsaufnahme führen. Und dass es in der Hälfte der Werbezeit, im Kinderfernsehen um Lebensmittel geht – besonders häufig um Frühstückflocken, Fertigprodukte und Fastfood. Die Autoren entlarven die klammheimliche Glutama(s)t überzeugend und unterhaltsam.

Der Gefräßig-Macher

Michael Hermanussen und Ulrike Gonder
S. Hirzel Verlag, Stuttgart, 3. Aufl. 2011
141 Seiten, 18 Euro

foodwatch erhält für diese Rezension kein Geld und ist am Absatz des Buches in keiner Weise beteiligt. 

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