Report 24.06.2026

foodwatch-Report: "Deutschlands Lebensmittelüberwachung am Limit"

Planmäßig ausgefallen – Deutschlands Lebensmittelüberwachung am Limit | foodwatch
foodwatch · Report 2026
Planmäßigausgefallen

Deutschlands Lebensmittelüberwachung am Limit: foodwatch hat rund 400 Kontrollbehörden gefragt, wie viele Pflichtkontrollen sie schaffen. Ungefähr die Hälfte hat geantwortet. Das Ergebnis ist alarmierend.

0 %der vorgeschriebenen Kontrollen schaffen die Ämter im Schnitt
Jede 4.Routinekontrolle fällt aus
15 %der Behörden schaffen alle vorgeschriebenen Kontrollen
Das Ergebnis

Jede vierte Pflicht­kontrolle fällt aus

Ob Metzgerei, Großküche oder Imbiss: Wie oft ein Betrieb kontrolliert werden muss, ist gesetzlich vorgeschrieben – je höher das Risiko, desto häufiger. Doch die Ämter kommen nicht hinterher. Bundesweit schaffen die Lebensmittelbehörden im Schnitt nur rund 71 Prozent der vorgeschriebenen Routinekontrollen. Stellen wir uns 100 vorgeschriebene Kontrollen vor:

Jedes Feld steht für eine vorgeschriebene Routinekontrolle. Die durchgestrichenen Kontrollen finden nicht statt – im bundesweiten Schnitt rund 29 von 100. Nur 15 Prozent der Behörden schaffen ihr komplettes Soll.

Der Ländervergleich

Wo die Kontrollen ausfallen

Tippe auf ein Bundesland: Wie viele der vorgeschriebenen Kontrollen wurden tatsächlich durchgeführt? Auffällig: Der größte Fleck auf der Karte ist grau – fast alle der rund 100 bayerischen Behörden lieferten keine auswertbaren Daten. Intransparenz ist Teil des Problems.

unter 50 % 50–75 % 75–90 % 90–100 % 100 % und mehr nicht aussagekräftig
Deine Region

Wie steht's bei dir?

foodwatch hat alle 398 kommunalen Kontrollbehörden einzeln befragt. Such deinen Landkreis oder deine Stadt – und sieh, wie viele Kontrollen deine Behörde geschafft hat. Oder ob sie die Auskunft schuldig geblieben ist.

Es geht auch anders

Vorbild Dänemark: Kontrolle mit Smiley

In Dänemark hängt das Ergebnis der letzten Lebensmittelkontrolle seit gut 25 Jahren gut sichtbar an jeder Ladentür – ob Eisdiele, Bäckerei oder Sternerestaurant. Ein Smiley zeigt auf einen Blick, ob alles in Ordnung war; alle Berichte sind online abrufbar.

97 %der dänischen Verbraucher:innen kennen das Smiley-System
90 %lassen sich beim Einkauf davon leiten

Die Transparenz wirkt: Erhielten 2001 noch 70 Prozent der Betriebe einen fröhlichen Smiley, sind es heute 80 Prozent. Ein solches System entlastet auch die Behörden, weil sie dadurch weniger kontrollieren müssen.

In Deutschland dagegen bleiben die amtlichen Ergebnisse in aller Regel geheim.

Was jetzt passieren muss

foodwatch fordert

Smiley für Deutschland!

Behörden müssen gesetzlich verpflichtet werden, alle Kontrollen und Ergebnisse zu veröffentlichen – online und per Aushang an der Ladentür, nach dänischem Vorbild. Das informiert Verbraucher:innen und entlastet die Ämter.

Schluss mit dem Behörden-Kleinklein!

Statt rund 400 kommunaler Ämter, deren Zuständigkeit an der Landkreisgrenze endet, braucht es unabhängige, gebündelte Kontrollbehörden auf Landesebene – ausreichend ausgestattet mit Personal und Geld.

Klicken & kompletten Report lesen

Methodik & Quellen

foodwatch hat über die Plattform FragDenStaat.de auf Basis des Verbraucherinformationsgesetzes (VIG) und der Informationsfreiheitsgesetze (IFG) der Länder schriftliche Anfragen an 398 kommunale Lebensmittelkontrollbehörden gestellt: nach der Zahl der registrierten Betriebe, der Soll-Kontrollzahl nach AVV RÜb und der tatsächlich durchgeführten Kontrollen (2024 und 2025). Ausgewertet wurden alle bis zum 15. April 2026 eingegangenen verwertbaren Soll-/Ist-Angaben: 230 Behörden für 2024, 249 für 2025. Einzelne 2025er-Werte sind Hochrechnungen (Datenstand Januar–November). Die Erfüllungsquoten einzelner Behörden können über 100 % liegen, wenn mehr kontrolliert wurde als vorgeschrieben. Länderwerte mit zu geringer Datenbasis (2024: Bayern; 2025: Bayern, Berlin, Saarland) sind als „nicht aussagekräftig“ grau markiert. Alle Zahlen: foodwatch-Report „Planmäßig ausgefallen“ (2026).

Hinweis: Konzeption, Text und Code dieser interaktiven Darstellung wurden KI-gestützt erstellt und redaktionell von foodwatch geprüft.

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