E-Mail-Aktion

Mit Kinderärzt:innen gegen Junkfood-Werbung!

Fehlernährung im Kindesalter hat dramatische Folgen. Die ohnehin schon hohe Zahl der von Adipositas und Übergewicht betroffenen Kinder ist während der Pandemie noch weiter gestiegen. Mit aggressivem Kindermarketing für süße Dickmacher, überzuckerte Limonaden und fettige Snacks befeuert die Lebensmittelindustrie diese Entwicklung. So darf es nicht weitergehen – Kinder brauchen unseren Schutz! Die Ampelparteien haben in ihrem Koalitionsvertrag zwar angekündigt, das Kindermarketing für ungesunde Lebensmittel zu regulieren – doch passiert ist seitdem nichts! Über 300 Kinderärzt:innen haben daher bereits einen Appell an Ernährungsminister Cem Özdemir unterzeichnet. Schließen Sie sich an! Gemeinsam fordern wir: Noch dieses Jahr muss er ein wirkungsvolles Gesetz gegen Kindermarketing ohne Schlupflöcher für die Junkfood-Industrie auf den Weg bringen.

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Mit Kinderärzt:innen gegen Junkfood-Werbung!

Fehlernährung im Kindesalter hat dramatische Folgen. Die ohnehin schon hohe Zahl der von Adipositas und Übergewicht betroffenen Kinder ist während der Pandemie noch weiter gestiegen. Mit aggressivem Kindermarketing für süße Dickmacher, überzuckerte Limonaden und fettige Snacks befeuert die Lebensmittelindustrie diese Entwicklung. So darf es nicht weitergehen – Kinder brauchen unseren Schutz! Die Ampelparteien haben in ihrem Koalitionsvertrag zwar angekündigt, das Kindermarketing für ungesunde Lebensmittel zu regulieren – doch passiert ist seitdem nichts! Über 300 Kinderärzt:innen haben daher bereits einen Appell an Ernährungsminister Cem Özdemir unterzeichnet. Schließen Sie sich an! Gemeinsam fordern wir: Noch dieses Jahr muss er ein wirkungsvolles Gesetz gegen Kindermarketing ohne Schlupflöcher für die Junkfood-Industrie auf den Weg bringen.

Sehr geehrter Herr Bundesminister,

bereits vor der Corona-Pandemie war etwa jedes sechste Kind in Deutschland von Übergewicht oder Adipositas betroffen.i Mehreren aktuellen Erhebungen zufolge spitzt sich die Lage seit Beginn der Pandemie noch weiter zu: Die Zahl sowohl der übergewichtigen als auch stark übergewichtigen Kinder hat noch einmal deutlich zugenommen.ii iii iv Expertinnen und Experten sprechen von einer zweiten, „stillen“ Pandemie.v Ungesunde Ernährung ist eine zentrale Ursache dieser Entwicklung: Kinder und Jugendliche in Deutschland essen viel zu viele Süßigkeiten und Snacks und trinken zu oft zuckrige Getränke – Obst, Gemüse und Vollkornprodukte kommen hingegen deutlich zu selten auf den Tisch.vi Das in der Kindheit erlernte Ernährungsmuster ist prägend für das spätere Leben. Auch die überflüssigen Pfunde werden die meisten Kinder im Erwachsenenalter nicht mehr los.vii Spätestens dann sind die Folgen oft lebensbedrohlich: Fehlernährung tötet hierzulande etwa genauso viele Menschen wie das Rauchen.viii Jede/r vierte erwachsene Deutsche ist adipös, gilt somit als chronisch krank. Etwa zehn Millionen Bundesbürgerinnen und Bundesbürger sind gegenwärtig an Typ-2-Diabetes erkrankt.ix
 
Was für die Betroffenen oft Krankheit und eine verkürzte Lebenserwartung bedeutet, ist für die Lebensmittelindustrie vor allem ein profitables Geschäft. Junkfood-Konzerne bewerben insbesondere ungesunde Lebensmittel – denn mit diesen erzielen sie höhere Gewinne.x Schon die Kleinsten werden mit bunten Comicfiguren und Spielzeugbeigaben für Zuckerbomben und fettige Snacks geködert, ältere Kinder und Jugendliche über TV-Spots und Influencer in sozialen Medien. Allein für Süßwaren-Werbung hat die Lebensmittelindustrie im Jahr 2021 über eine Milliarde Euro ausgegeben.xi

Sehr geehrter Herr Bundesminister: Kinder und Jugendliche müssen endlich wirkungsvoll vor den aggressiven Marketingpraktiken der Junkfood-Industrie geschützt werden! Bitte bringen Sie noch in diesem Jahr ein Gesetz auf den Weg, das Kindermarketing für ungesunde Lebensmittel umfassend beschränkt! Zentrale Kriterien sollten sein:

  1. Ungesunde Produkte und deren Werbung dürfen keine Kinder adressieren (z.B. mit Comicfiguren oder Prominenten, verspielter Produktaufmachung, Spielzeugbeigaben).
  2. Das Gesetz muss eine Werbepause für ungesunde Lebensmittel im TV, Internet und Radio zwischen 6 und 23 Uhr sowie ein generelles Verbot bei rund um die Uhr abrufbaren Online-Formaten beinhalten.
  3. Die Bewertung, ob ein Lebensmittel an Kinder beworben werden darf, sollte auf Basis des für diesen Zweck entwickelten Nährwertprofils der Weltgesundheitsorganisation (WHO Europe Nutrient Profile Model) erfolgen.

Sehr geehrter Herr Özdemir, die Zeit drängt! Jeder weitere Tag ungesunder Ernährung hat fatale Folgen. Gegen die Ursachen können Sie etwas tun. Hören Sie auf den Appell von über 300 Kinderärzt:innen. Übernehmen Sie Verantwortung und werden Sie jetzt aktiv: Bringen Sie endlich ein wirkungsvolles Gesetz auf den Weg!

Quellen:

i Schienkiewitz, Anja et al. (2018): Übergewicht und Adipositas im Kindes- und Jugendalter in Deutschland – Querschnittergebnisse aus KiGGS Welle 2 und Trends. Journal of Health Monitoring, 3(1)

ii Vgl. Vogel, Mandy et al. (2021): Gewichtszunahme bei Kindern und Jugendlichen während der Covid-19 Pandemie, in: Adipositas - Ursachen, Folgeerkrankungen, Therapie; S. 206-211

iii Vgl. Deutsche Adipositas Gesellschaft (Pressemeldung vom 31.5.2022): forsa-Umfrage zeigt Folgen der Corona-Krise für Kinder: Gewichtszunahme, weniger Bewegung, mehr Süßwaren – Jedes sechste Kind ist dicker geworden

iv Vgl. DAK (Hrsg.) (2021): Folgen der Pandemie in der Krankenhausversorgung 2020. DAK-Sonderanalyse im Rahmen des Kinder- und Jugendreports, S. 19

v Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (Pressemeldung vom 21.6.2021): Adipositas bei Kindern: eine „stille“ Pandemie

vi Vgl. Mensink, Gert et al. (2020): EsKiMo II - Die Ernährungsstudie als KiGGS-Modul, S. 39ff.

vii Vgl. Evensen, E., Wilsgaard, T., Furberg, AS. et al. (2016): Tracking of overweight and obesity from early childhood to adolescence in a population-based cohort – the Tromsø Study, Fit Futures . BMC Pediatr 16, 64,

viii Vgl. OECD (2021): State of Health in the EU. Deutschland. Länderprofil Gesundheit, S. 7

ix Tönnies, Thaddäus, Rathmann, Wolfgang (2022): Epidemiologie des Diabetes in Deutschland, in: Deutsche Diabetes Gesellschaft, Deutsche Diabetes Hilfe (Hrsg.) (2022): Deutscher Gesundheitsbericht. Diabetes 2022. Die Bestandsaufnahme, S. 9-14

x Vgl. JP Morgan, Global Equity Research (2006): Obesity –Re-Shaping the Food Industry, S. 16ff.

xi Statista/Nielsen (2022): Entwicklung der Bruttowerbeaufwendungen für Süßwaren in Deutschland in den Jahren 2017 bis 2021

  • Cem Özdemir, Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft

foodwatch hat die Aktion am 22. September 2022 gestartet.

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