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Zuckersteuer jetzt!

Die Zuckersteuer soll kommen - das hat die Regierung beschlossen. Jetzt muss Gesundheitsministerin Warken einen Gesetzestext formulieren. Doch die Zuckerlobby wird weiter versuchen, das Gesetz abzuschwächen. Fordern Sie von der Ministerin: Setzen Sie sich durch!

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Zuckersteuer jetzt!

Die Zuckersteuer soll kommen - das hat die Regierung beschlossen. Jetzt muss Gesundheitsministerin Warken einen Gesetzestext formulieren. Doch die Zuckerlobby wird weiter versuchen, das Gesetz abzuschwächen. Fordern Sie von der Ministerin: Setzen Sie sich durch!

Sehr geehrter Frau Ministerin Warken, 

zu viel Zucker macht krank – vor allem Kinder. Übergewicht, Diabetes, Karies: Die Folgen kosten unser Gesundheitssystem Milliarden. Eine Abgabe auf gesüßte Getränke wirkt nachweislich: In Großbritannien haben die Hersteller den Zuckergehalt um bis zu 35 Prozent gesenkt. Für Deutschland könnte eine Zuckersteuer bis zu 16 Milliarden Euro an gesamtgesellschaftlichen Kosten einsparen.

Sie haben es jetzt in der Hand. Ich fordere Sie auf:

Bringen Sie eine nach Zuckergehalt gestaffelte Herstellerabgabe auf gesüßte Getränke auf den Weg.

Mit freundlichen Grüßen

Nina Ingrid Warken, Bundesministerin für Gesundheit

Hintergrundinformationen

Wir fordern eine nach Zuckergehalt gestaffelte Abgabe auf zuckerhaltige Getränke – ähnlich wie in Großbritannien. Je mehr Zucker ein Hersteller ins Getränk kippt, desto mehr zahlt er.

So viel Rückenwind gab es noch nie:

  • Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat sich öffentlich für eine Zuckersteuer ausgesprochen – federführend ist hier aber Finanzminister Klingbeil.
  • Familienministerin Karin Prien (CDU) unterstützt die Abgabe ebenfalls. [1]
  • Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther hat einen Antrag hierzu im Bundesrat eingebracht.
  • Die SPD-Fraktion hat sich dafür ausgesprochen, mit möglichen Einnahmen einer Zuckersteuer auch die Krankenkassen zu stabilisieren. 
  • Die von Warken eingesetzte Finanzkommission Gesundheit empfiehlt eine gestaffelte Zuckersteuer auf Erfrischungsgetränke ausdrücklich. 
  • Und nicht zuletzt: Über 3.000 Ärzt:innen haben sich der foodwatch-Forderung nach einer Zuckersteuer angeschlossen.

Dazu kommt der finanzielle Druck: Den Krankenkassen droht 2027 ein Defizit von 15 Milliarden Euro. Klingbeil muss die Beiträge stabilisieren – und eine Zuckersteuer würde gleich zweifach helfen: durch direkte Einnahmen und durch weniger ernährungsbedingte Krankheitskosten. Forscher:innen der TU München und Oxford beziffern die möglichen Einsparungen auf bis zu 16 Milliarden Euro. [2] 

Die Zahlen aus Großbritannien sind eindeutig: Der Zuckerkonsum über Getränke sank bei Kindern um drei Gramm täglich, bei Erwachsenen um fünf Gramm.  Die Abgabe verhindert über 5.000 Fälle von Adipositas jährlich allein bei Sechstklässlerinnen.  Eine weitere Studie prognostiziert: Zehn Jahre nach Einführung werden 64.100 weniger Kinder und Jugendliche als übergewichtig oder adipös eingestuft. [3]

Nicht zwangsläufig – die Erfahrung aus Großbritannien zeigt: Die Konzerne packen vielfach weniger Zucker in die Getränke, statt die Preise zu erhöhen. Seit Einführung der Abgabe 2018 haben britische Hersteller den Zuckergehalt um bis zu 35 Prozent gesenkt. [4]  Denn: Senken sie den Zuckergehalt auf unter fünf Prozent, können sie die Abgabe komplett umgehen.

Dieses Argument kommt gern von der Getränkelobby. Richtig ist: Menschen mit niedrigem Einkommen trinken drei- bis viermal so viel Limonade und erkranken deutlich häufiger an Diabetes oder Adipositas. Wenn die Abgabe dazu führt, dass in den Getränken weniger Zucker steckt, profitieren gerade sie am stärksten. In Mexiko sank nach Einführung der Abgabe der Limo-Konsum am stärksten bei den Ärmsten – der Wasserkonsum stieg. [5]

Nein. Denn wenn die Abgabe funktioniert wie gewollt, werden die Konzerne in den meisten Produkten den Zuckergehalt senken, um die Steuer zu vermeiden. Und trotzdem gewinnt der Staat – und damit wir alle: Weniger Zucker heißt weniger Kranke. Laut TU München könnte Deutschland so bis zu 16 Milliarden Euro an Gesundheitskosten einsparen. [2]

Über 100 Länder haben inzwischen eine Form der Limo-Abgabe eingeführt – von Großbritannien über Frankreich bis Mexiko, von Portugal bis Südafrika. Und auch WHO und ärztliche Fachorganisationen empfehlen eine Limo-Steuer als zentrale Maßnahme im Kampf gegen Adipositas.

  1. NDR, CDU in SH fordert Einführung einer Zuckersteuer, 20.09.2025
  2. PLOS Medicine: Health and economic impacts of a sweetened beverage tax in Germany (TU München & University of Oxford), 2023
  3. PLOS Medicine, Impact of the UK soft drinks industry levy on health and health inequalities in children and adolescents in England: An interrupted time series analysis and population health modelling study, 28.03.2024
  4. Public Health England: Sugar reduction: Report on progress between 2015 and 2019
  5. Instituto Nacional de Salud Pública México: Reducción en el consumo de bebidas con impuesto

foodwatch hat die Aktion am 23.04.2026 gestartet.

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