Nestlé Babymilch: Babys krank – Betroffene bitte melden
Eltern berichten von erkrankten Säuglingen – Nestlé verweist auf Grippesaison und informiert die Öffentlichkeit spät.
Hatte auch Ihr Baby Beschwerden durch Nestlé-Milch?
Wenn auch Sie betroffen waren, melden Sie sich bitte bei uns – am besten einfach per E-Mail! Wir prüfen weitere Schritte gegen den Konzern.
Im Skandal um mit dem Bakteriengift Cereulid verunreinigte Spezialnahrung für Babys gerät der Konzern Nestlé weiter unter Druck. Zahlreiche Eltern haben sich bei foodwatch gemeldet – darunter auch ein Vater von Zwillingen:
Wir sind Eltern von Zwillingen und nutzen seit Monaten Nestlé Alfamino für unsere Babys […] Über zwei bis drei Wochen im Dezember haben unsere Zwillinge tagsüber immer wieder gewürgt, sich nachts mehrmals übergeben, unruhig bis gar nicht geschlafen. […] Wir haben [...] aufgehört und schon am nächsten Tag gings den Babys besser.
Erst durch Zufall erfuhr die Familie vom Rückruf.
Öffentlicher Rückruf kam zu spät
Nestlé hatte Anfang Januar 2026 bestimmte Chargen der Produkte „Alfamino“ und „Beba“ wegen möglicher Kontamination mit dem Bakteriengift Cereulid zurückgerufen. Nach Recherchen von foodwatch wusste der Konzern jedoch schon Wochen zuvor von der Gefahr. Ein Verbraucher berichtete etwa, dass ihm eine Drogeriemarkt-Mitarbeiterin bereits Ende Dezember von einem „stillen Rückruf“ erzählt habe – also der Auslistung des Produkts ohne öffentliche Warnung. Damit wäre das Risiko für Kinder in Deutschland bekannt gewesen, bevor Nestlé die Öffentlichkeit am 5. Januar informierte. In der Zwischenzeit könnten viele Eltern unwissentlich belastete Nahrung verfüttert haben.
Nestlé weist Verantwortung zurück
Zwar entschuldigt sich der Konzern bei einzelnen Betroffenen, verweist jedoch in Standardantworten häufig auf die Grippesaison – und fordert „eindeutige klinische Nachweise“ für eine Erkrankung durch die Babymilch. In einem Schreiben heißt es: „Die Bestätigung […] erfordert eindeutige klinische Nachweise, auch um häufige Infektionen auszuschließen, die besonders in dieser Jahreszeit verbreitet sind und ähnliche Symptome verursachen.“
Ein glaubwürdiger Umgang mit dem Vorfall sieht aus Sicht von foodwatch anders aus. Dass es bislang keine offiziell bestätigten Krankheitsfälle gebe, sei wenig überraschend – wenn Eltern vom Konzern abgewimmelt würden und Erkrankungen im Nachhinein kaum noch nachweisbar seien.
foodwatch fordert Aufklärung – Betroffene können sich melden
Foodwatch fordert eine lückenlose Aufklärung durch Nestlé und die zuständigen Behörden – bislang blieben Anfragen unbeantwortet. Die Verbraucherorganisation prüft weitere Schritte gegen den Konzern und bittet betroffene Eltern, sich zu melden:
Betroffene können sich unter service@foodwatch.de bei foodwatch melden.
Sie wollen faire, transparente Lebensmittel?
Dafür kämpft foodwatch jeden Tag – ohne Geld von Staat oder Lebensmittelindustrie zu nehmen. Meldungen wie diese sind wichtige Aufklärungsarbeit, die Zeit und Geld kosten. Möchten Sie uns mit einer Spende unterstützen und unsere Arbeit möglich machen?