Diese „Säfte“ sind keine Säfte...

31.07.2017

Etliche Getränke-Hersteller täuschen echten Fruchtsaft vor, auch wenn dieser mit Zuckerwasser verdünnt ist. Der Trick: Auf die Vorderseite der Produkte drucken sie große Früchte und einen Hinweis auf die Geschmacksrichtung. Aber sie verraten nicht, ob es sich dabei um einen 100-prozentigen Saft oder etwa nur ein Fruchtsaftgetränk mit deutlich geringerem Saftanteil handelt. Dieser Schwindel nervt und macht uns die Wahl am Saftregal unnötig schwer. Macht mit bei unserer Protest-Aktion an Albi, Beckers Bester & Co.!

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Hallo und guten Tag,

kennen Sie das? Man will im Supermarkt schnell noch einen Saft mitnehmen, und steht erstmal ratlos vor dem Saftregal. Was ist echter Saft und was hauptsächlich Zuckerwasser mit Aroma? Wie viel Kirsche steckt in "Kirsche" und wie viel Maracuja steckt in "Maracuja"? Den tatsächlichen Fruchtgehalt erfahren wir Verbraucherinnen und Verbraucher nur, wenn wir die Verpackung umdrehen und im Kleingedruckten auf der Rückseite suchen. Genau so tarnen die Hersteller Rauch, Albi, Beckers Bester, Lausitzer, Voelkel und Solevita ihre verdünnten oder aromatisierten Getränke.

Wir haben die Saftregale in Filialen der drei größten Handelsketten sowie in einem Bio-Supermarkt unter die Lupe genommen. Dabei fielen uns verschiedene Produkte dieser sechs Hersteller besonders negativ auf: die Verpackungen gaben auf der Vorderseite keinerlei Hinweise auf den Fruchtgehalt oder die Getränkeart.

Dabei wären diese Angaben besonders wichtig beim Einkauf, da es zwischen den verschiedenen Getränkearten entscheidende Qualitätsunterschiede gibt: Während ein echter Saft aus 100 Prozent Frucht bestehen muss, darf ein Nektar je nach Sorte zu 50 bis 75 Prozent mit Wasser und Zucker verdünnt sein und kann fruchteigenes Aroma enthalten. Aromatisierte Getränke mit geringerem Fruchtanteil (6 bis 30 Prozent) müssen als "Fruchtsaftgetränk" bezeichnet werden.

Um diese entscheidenden Information zu bekommen, müssen wir uns aber häufig erst durchs Kleingedruckte auf der Verpackungsrückseite schlagen. Die Nektare und Fruchtsaftgetränke tun auf der Vorderseite so, als seien sie echter Saft! Wir von foodwatch finden: Dieser Saft-Schwindel nervt und ist alles andere als ehrlich und verbraucherfreundlich. Damit muss Schluss sein!

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Hier ein paar Beispiele: Hinter dem Namen "Himbeer-Rosa Pfeffer" von Rauch (happy day) verbirgt sich ein mit Wasser und Zucker verdünnter, aromatisierter Apfelsaft, der nur 7,5 Prozent Himbeermark enthält. Das erfährt aber nur, wer die Verpackung umdreht und sich durch einen Dschungel an Kleingedrucktem in 16 Sprachen kämpft. Die Vorderseite der Verpackung schmückt sich dagegen überwiegend mit großen Himbeeren.

Ähnlich macht es Hersteller Albi: Das Produkt "Guave Maracuja" enthält - anders als die Vorderseite der Verpackung vermuten lässt - lediglich ein Prozent Maracujasaft! Auch bei Beckers Bester ist ohne einen Blick ins Kleingedruckte die Qualität des Produkts der Sorte "Kirsche" nicht vom Produkt der Sorte "Orange" zu unterscheiden: gleiche Flasche, gleicher Preis und auf der Vorderseite auch das gleiche Etikett. Die entscheidende Information versteckt Beckers Bester auf der Rückseite: Während "Orange" ein echter Saft aus 100 Prozent Frucht ist, ist "Kirsche" ein Nektar mit nur 35 Prozent Frucht und der Hauptzutat Wasser. Und auch Bio-Hersteller Voelkel tarnt seine aromatisierten Fruchtsaftgetränke "Ananas Kokos" und "Kokos Mango" mit großen Bildern von Kokosnüssen und Früchten als Säfte, ohne auf der Vorderseite auf den Fruchtgehalt hinzuweisen.

Dass es verbraucherfreundlicher geht, beweisen einige Hersteller bereits heute. Rewe kennzeichnet das "ACE-Vitamin-Getränk" seine Eigenmarke "ja!" zum Beispiel auf der Vorderseite mit einem gut lesbaren Hinweis auf den Saftgehalt von 32 Prozent. Und auch Edeka bezeichnet das Getränk seiner Eigenmarke "Gut und Günstig" ehrlich als "Apfel Nektar" und verweist auf der Vorderseite auf den 50-prozentigen Fruchtgehalt. Warum also kompliziert, wenn es auch einfach geht? Fordern Sie die Saft-Hersteller Albi, Beckers Bester, Rauch und Co. auf, ihre Produkte endlich verständlich und ehrlich zu kennzeichnen!

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Vielen Dank für Ihre Unterstützung! 

Ihr foodwatch-Team

P.S.: Nicht nur Saft-Hersteller schwindeln, bis sich die Balken biegen. Verbrauchertäuschung ist im Supermarkt trauriger Alltag und leider völlig legal. Dagegen kämpfen wir von foodwatch - denn wir alle haben ein Recht auf eine verständliche Kennzeichnung unserer Lebensmittel. foodwatch finanziert sich ausschließlich aus Beiträgen und Spenden von Förderinnen und Förderern und nimmt grundsätzlich kein Geld vom Staat und auch nicht von der Lebensmittelwirtschaft. Nur deshalb sind wir unabhängig, und nur deshalb kann uns niemand einen Maulkorb anlegen. Helfen Sie uns, damit wir in Zukunft noch mehr bewegen können - werden Sie Mitglied von foodwatch!

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