Danone führt die Ampel ein

15.06.2018

Was für ein Paukenschlag: Danone führt auf seinen Produkten freiwillig eine Lebensmittel-Ampel ein. Danone reagiert damit auch auf öffentlichen Druck. Unser jahrelanger Protest zeigt endlich Wirkung. Doch eine freiwillige Ampel eines einzelnen Herstellers ist nutzlos. Die Idee ist, dass wir im Supermarkt verschiedene Produkte einfach miteinander vergleichen können - das geht nicht, wenn nur ein Hersteller mitmacht. Wir brauchen das, was Ärzteverbände, Krankenkassen und Verbraucherorganisationen schon seit langem fordern: eine einheitliche und verpflichtende Ampel! Unterschreibt jetzt unsere Protestaktion!

Hier klicken!

Hallo und guten Tag, 
etwa 15 Prozent der Kinder und 60 Prozent der Erwachsenen in Deutschland gelten als übergewichtig oder fettleibig. Im Vergleich zu den 1980er- und 1990er-Jahren hatte der Anteil übergewichtiger Kinder um 50 Prozent zugenommen, der Anteil adipöser Kinder hatte sich verdoppelt. Die Zahlen sind zuletzt nicht weiter angestiegen, doch immer noch viel zu hoch. Zu dieser Entwicklung tragen auch viele verarbeitete Produkte bei, deren hoher Gehalt an Fett oder Zucker nicht auf den ersten Blick zu erkennen ist. Eine leicht verständliche Kennzeichnung in Ampelfarben kann das ändern: Auf einen Blick könnten wir Verbraucherinnen und Verbraucher uns durch eine Grafik auf der Vorderseite von Lebensmittelverpackungen über den Nährwertgehalt informieren und Produkte miteinander vergleichen.


Die Lebensmittelindustrie wehrte sich jahrelang gegen eine solche Kennzeichnung - lässt sich doch mit hochverarbeiteten, unausgewogenen Lebensmitteln der größte Gewinn erzielen. Als vor ein paar Jahren in der EU über eine verbindliche Ampel diskutiert wurde, brachte die Industrie die Initiative mit einer beispiellosen Kampagne zu Fall. Neuerdings wollen Coca-Cola, Nestlé und drei andere Lebensmittelkonzerne eine eigene Industrie-Ampel einführen. Der Haken: Das ist eine Ampel, die ihren Namen nicht verdient. Die Kriterien sind so lasch, dass sogar ein Produkt wie Nutella keine einzige rote Ampel bekäme. Das darf nicht zum europäischen Standard werden!


Doch jetzt zeigt Danone, dass es auch anders geht. Danone will die sogenannte Nutriscore-Ampel einführen. Ein Modell, das unabhängig von der Industrie durch französische Wissenschaftler entwickelt wurde und auch von der französischen Regierung unterstützt wird. Die Nährwertangaben aller Produkte sollen schrittweise ab 2019 auf den Verpackungsvorderseiten zusätzlich mit dieser "französischen Ampel" vereinfacht dargestellt werden. Das erklärte der Danone-Konzern am Donnerstag bei einer Veranstaltung im Bundestag.


Danone hat erkannt, dass sich die Verbraucherinnen und Verbraucher die Ampel wünschen - und beugt sich unserem jahrelangen Protest. Aber: Wenn Danone alleine vorprescht, ist die Kennzeichnung nutzlos. Denn die Idee der Lebensmittel-Ampel ist ja, dass Verbraucherinnen und Verbraucher im Supermarkt verschiedene Produkte schnell miteinander vergleichen können - das geht nicht, wenn nur ein Hersteller die Ampel einführt. Deshalb müssen die die Chance jetzt nutzen und uns gemeinsam für eine einheitliche und verpflichtende Ampel stark machen. Unterschreiben Sie jetzt unsere Protestaktion an die Bundesregierung!

 

Hier mitmachen!

 

Die NutriScore-Ampel wurde im vergangenen Jahr von der französischen Regierung - auf freiwilliger Basis - eingeführt und bereits von zahlreichen Unternehmen (auch Danone) übernommen. NutriScore nimmt eine Gesamtbewertung des Nährwertprofils eines Produktes vor, indem günstige und ungünstige Bestandteile mit Punkten bewertet und dann miteinander verrechnet werden. Schließlich wird das Ergebnis mit einer fünfstufigen Farbskala dargestellt, die zugleich mit den Buchstaben A-E hinterlegt ist. Ein Produkt mit einem günstigen, ausgewogenen Nährwertprofil erhält somit eine grüne Einordnung und den Buchstaben A, ein sehr unausgewogenes Produkt enthält eine rote Bewertung und den Buchstaben E.

Das Modell unterscheidet sich damit von dem Ampel-System, das die englische Lebensmittelbehörde FSA bereits 2007 entwickelt hatte. Diese "Original-Ampel" zeigt nicht eine einzige Farbskala, sondern vier: jeweils für die Zutaten Fett, gesättigte Fette, Zucker, Salz. Beide Systeme haben in einem großen Vergleichstest der französischen Regierung dazu geführt, dass Menschen gesünder einkaufen.

Wir sagen: Ob NutriScore aus Frankreich oder die Original-Ampel aus Großbritannien - entscheidend ist, dass wir ein von unabhängigen Experten entwickeltes System haben, das die Nährwerte eines Produkts mit einer farblichen Kennzeichnung direkt auf der Produktvorderseite darstellt und die Vergleichbarkeit von Produkten gewährleistet. Und zwar verpflichtend für ALLE Lebensmittelhersteller!

Jetzt protestieren!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung,

Ihr foodwatch-Team

P.S.: Wir kämpfen schon seit Jahren für eine bessere Kennzeichnung von Lebensmitteln. Dabei kämpfen wir auch immer gegen eine mächtige Lebensmittellobby, die sich mit allen Mitteln gegen mehr Transparenz wehrt. Bitte unterstützen Sie uns! Wir arbeiten unabhängig von Staat und Lebensmittelwirtschaft und finanzieren uns aus Förderbeiträgen und Spenden. Wir sind ein gemeinnütziger Verein, dem jede und jeder beitreten kann - bitte werden auch Sie Fördermitglied:

www.foodwatch.de/mitglied-werden

P.P.S.: Es ist wieder Fußball-WM! Wenn Sie auch schon im Fußball-Fieber sind, wünschen wir Ihnen eine tolle Zeit und viel Spaß beim Gucken und Jubeln. Auch als Nicht-Fußball-Fan kommt man um das Großereignis nicht herum - zum Beispiel beim Einkaufen im Supermarkt. Unsere foodwatch-Expertin Luise Molling hat sich das mal genauer angeschaut und eine dicke Überraschung erlebt... Schauen Sie sich jetzt das Video an - und abonnieren Sie HIER direkt mit einem Klick unseren Youtube-Kanal. Damit verpassen Sie keins unserer Videos mehr!

 

13.06.2018
Die fetteste WM aller Zeiten?!
 

Pünktlich zur Fußball-WM in Russland lockt die Lebensmittelindustrie mit Gewinnspielen und Punkte-Aktionen. Allen voran der Süßigkeiten-Riese Ferrero mit Produkten wie Kinder-Schokolade und Nutella. LECKER! Als wir aber nachgerechnet haben, was man machen muss, um zum Beispiel einen WM-Ball zu bekommen, erlebten wir eine ganz schön dicke Überraschung...

 
Wir sind foodwatch


Verbraucher kämpfen gemeinsam für ihre Rechte – seien Sie dabei!

RSS-Feed

Abonnieren Sie hier unsere Nachrichten als RSS-Feed.