Die größten Zuckerbomben!

28.09.2018

Hallo und guten Tag,

wir müssen über Zuckergetränke reden. Ja, schon wieder... Wie wichtig das Thema ist, zeigen aktuelle Zahlen: Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland nehmen laut Daten des Marktforschungsinstituts Euromonitor International mehr Zucker über sogenannte Erfrischungsgetränke zu sich als über Süßigkeiten. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Zucker über Softdrinks lag im Jahr 2016 bei durchschnittlich 26 Gramm pro Tag beziehungsweise etwa 9,5 Kilogramm pro Jahr. Der Zuckerverbrauch über Süßigkeiten lag hingegen "nur" bei 18 Gramm beziehungsweise rund 6,5 Kilogramm pro Kopf und Jahr.

Deutschland schneidet damit im europaweiten Vergleich schlecht ab: Nur in den Niederlanden und der Slowakei wird noch mehr Zucker über Getränke verbraucht. Im weltweiten Vergleich liegt Deutschland auf dem elften Platz - hier belegen Argentinien, Chile und Amerika die vorderen Plätze. Dabei gelten Zuckergetränke laut der Weltgesundheitsorganisation als eine der Hauptursachen für die Entstehung von Adipositas (Fettleibigkeit) und Typ-2-Diabetes. 

Viele Länder machen jetzt ernst: Sie erheben Steuern auf zuckerhaltige Getränke, führen eine transparentere Nährwert-Kennzeichnung ein und beschränken das aggressive Kindermarketing für Zuckerbomben und fettige Snacks. Und Bundesernährungsministerin Julia Klöckner? Sie bittet die Industrie höflich darum, freiwillig weniger Zucker in ihre Produkte zu kippen. Wie wenig das bislang geholfen hat, zeigt ein Blick ins Getränkeregal: Mehr als jedes zweite Erfrischungsgetränk in Deutschland ist überzuckert. Welches die größten flüssigen Zuckerbomben sind - und welche zucker- und süßstofffreien Alternativen es gibt, können Sie in unserer umfassenden Marktstudie nachlesen, die wir in der vergangenen Woche veröffentlicht haben.

Weitere Neuigkeiten

Uran im Trinkwasser

Erinnern Sie sich? 2016 kritisierte foodwatch, dass das Trinkwasser in Sangerhausen im Harz mit Uran belastet ist - ein unnötiges Gesundheitsrisiko für Säuglinge, Kleinkinder und Schwangere bzw. ungeborene Babys. Gemeinsam mit einer Bürgerinitiative, die seit Jahren für sauberes Trinkwasser kämpft, forderten wir den regionalen Wasserverband auf, endlich eine Trinkwasserleitung fertig zu stellen, die die Stadt mit sauberem Wasser versorgt. Mehr als 26.000 Menschen unterstützen unsere Forderung über eine Online-Protestaktion, foodwatch führte Gespräche vor Ort, machte Pressearbeit - und der öffentliche Druck zeigte Wirkung: Die Leitung ist fertig, das Wasser fließt! Tausend Dank an alle, die unsere Aktion unterzeichnet haben!

Doch nicht nur im Südharz besteht das Problem: foodwatch deckte bereits 2008 auf, dass Trink- und Mineralwasser auch in anderen Teilen Deutschlands mit Uran belastet sind. Wir bleiben dran!

Gezuckerte Schulmilch

Beim Thema gezuckerte Schulmilch tut sich ebenfalls was: Als letztes Bundesland hat jetzt auch Brandenburg auf die foodwatch-Kritik reagiert und prüft einen Subventionsstopp für gezuckerte Milchprodukte! Zuvor hatten bereits Nordrhein-Westfalen und Berlin eine Überprüfung ihres Schulmilchprogramms angekündigt - und Hessen will aus der Kakao-Förderung komplett aussteigen. Die vier Bundesländer hatten extra Ausnahmeregelungen geschaffen, um mit Steuergeldern zuckrige Produkte wie Kakao oder Vanillemilch an Schulen zu subventionieren - obwohl die EU aus gesundheitlichen Gründen keine gezuckerte Schulmilch mehr fördern will und auch Ärzte und Ernährungsexperten davon abraten. Stattdessen könnte zum Beispiel an allen Schulen Obst und Gemüse vergünstigt oder kostenlos abgeben werden. Uns ist klar, dass wir jetzt nicht locker lassen dürfen. Denn "prüfen" heißt noch nicht "beenden". Deshalb: Unterstützen Sie die Forderung an die verbleibenden drei Bundesländer und unterzeichnen Sie unsere Protest-Aktion!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung,

Ihr foodwatch-Team

P.S.: Noch ein Tipp: Was hat Thilo Bode vor mehr als 15 Jahren bewogen, foodwatch zu gründen? Auf welche Erfolge schaut er gerne zurück? Und worüber kann er sich auch heute noch richtig ärgern? Das ausführliche Interview mit Thilo Bode in der Politik-Talksendung "jung & naiv" auf youtube bietet spannende und intime Einblicke - vielleicht etwas ungewöhnlich, aber es lohnt sich!

Hier Video anschauen!

 
Wir sind foodwatch


Verbraucher kämpfen gemeinsam für ihre Rechte – seien Sie dabei!

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