Diese Schoko-Weihnachtsmänner sind mit Mineralölen belastet...

08.12.2016

Hallo und guten Tag,

Sie erinnern sich vielleicht: Kürzlich haben wir Sie in unserem Newsletter über krebsverdächtige Mineralöle in Schokoladen-Adventskalendern informiert. Laut dem bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) waren 3 von 5 getesteten Produkten verunreinigt. Wie andere Untersuchungen aus dem vergangenen Jahr hat uns dieser Test vor Augen geführt, dass wir uns im Supermarkt nicht sicher sein können, ob wir Lebensmittel mit gesundheitsgefährdenden Mineralölen kaufen oder nicht.

Wir von foodwatch wollten nun mit einem eigenen Test von insgesamt 20 Produkten wissen: Wie sieht es aus mit Schoko-Weihnachtsmännern, Lebkuchen und Nougat-Kugeln? Das Ergebnis: Der "Gut& Günstig Schokoladen Weihnachtsmann" von Edeka und der "Friedel Weihnachtsmann Schokolinsen" von Rübezahl, ebenfalls vertrieben durch Edeka, sind mit aromatischen Mineralölen (MOAH) verunreinigt! Die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) stuft MOAH als potenziell krebserregend und erbgutschädigend ein. Insgesamt 15 Produkte enthielten außerdem erhöhte Werte von gesättigten Mineralölen (MOSH). Diese können sich im Körper anreichern und unsere Organe schädigen. Unter den betroffenden Produkten sind die "Friedel Edel Nougat Zapfen" und "Rewe Beste Wahl Schoko-Kugeln Alpenvollmilchschokolade" von Rübezahl.

Alle Ergebnisse gibt es HIER.

Uns ist klar: Viele von Ihnen haben Weihnachtsleckereien schon längst gekauft und verschenkt. Die Testergebnisse kommen also reichlich spät. Dafür möchten wir uns an dieser Stelle vielmals entschuldigen und erklären, wie es dazu kam. Bei der Laboruntersuchung gab es leider technische Probleme und die Analysen mussten wiederholt werden. Das hat Zeit gekostet und die für vergangene Woche geplante Veröffentlichungen verzögert. Wir sind darüber nicht glücklich und am liebsten würden wir Entwarnung geben. Das geht aber (noch) nicht!

Immerhin zeigen die Daten, dass die Schokoladenhersteller auf dem richtigen Weg sind. Im Vergleich zu unserem Schoko-Osterhasen-Test waren weniger Produkte belastet. Die Süßwarenindustrie ist also durchaus in der Lage, Mineralöle aus ihren Produkten zu verbannen - zumindest wenn der öffentliche Druck groß genug ist.

Aber was ist mit anderen Lebensmitteln? Was ist mit Grundnahrungsmitteln wie Nudeln, Reis und Weizengrieß, die bei unserem großen foodwatch-Test vor einem Jahr belastet waren? Was ist mit Donuts, die laut einer Untersuchung des Magazins "Öko Test" zu einem großen Teil aromatische Mineralöle enthielten? Und was ist mit Fleischersatzprodukten, die einer Analyse von Stiftung Warentest zufolge ebenfalls verunreinigt waren? In Frankreich tut sich was im Kampf gegen die gesundheitsgefährdenden Öle: Dort haben nahezu alle Handelsketten - genauer gesagt sechs Unternehmen mit einem Marktanteil von 84 Prozent - versprochen, bei ihren Eigenmarken keine Lebensmittel mehr mit Mineralölverunreinigungen zu akzeptieren. In Deutschland verlangen bislang nur Aldi Süd, Lidl und Kaufland die Einhaltung konkreter Höchstwerte für Mineralölverunreinigungen in Lebensmitteln. Wir sagen ganz klar: Das reicht nicht!

ALLE Lebensmittelhersteller müssen in die Pflicht genommen werden. Wir brauchen europaweite Grenzwerte. Die besonders kritischen aromatischen Mineralöle sollten gar nicht in unserem Essen enthalten sein - weder in Schoko-Weihnachtsmännern noch in Vollkornpasta. Wir haben ein Recht auf saubere Lebensmittel. Wenn Sie auch dieser Meinung sind, schließen Sie sich unserem E-Mail-Protest an.

www.mineraloel-aktion.foodwatch.de

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Ihr foodwatch-Team

P.S.: Auch wenn die Warnung spät kommt, raten wir ausdrücklich davon ab, die mit aromatischen Mineralölen belasteten Schokoladen-Weihnachtsmänner zu verzehren. Wir empfehlen allen Käuferinnen und Käufern, die Produkte zum Händler zurück zu bringen und den Einkaufspreis zurück zu verlangen. Solange Bundesernährungsminister Christian Schmidt keine Grenzwerte beschließt, müssen wir weitere Labortests durchführen und den öffentlichen Druck erhöhen. Solche Untersuchungen sind leider kostspielig. Unterstützen Sie foodwatch und drehen Sie mit uns gemeinsam der Lebensmittelindustrie den Ölhahn endgültig zu!

www.foodwatch.de/mitglied-werden

 
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