Glyphosat: Das steht im geheimen Schreiben von Aldi Süd...

07.03.2017

Aldi Süd macht Druck und will künftig geringere Glyphosat-Rückstände in seinen Produkten. Es tut sich was – aber immer noch viel zu wenig. Die EU könnte dem krebsverdächtigen Pestizid-Wirkstoff und anderen umstrittenen Pflanzenschutzmitteln einfach die Zulassung entziehen. Fordern Sie den EU-Gesundheitskommissar auf, endlich zu handeln!

www.glyphosat-aktion.foodwatch.de

Hallo und guten Tag,

über die Vereinbarungen zwischen Handelsunternehmen und ihren Lieferanten wird in der Branche üblicherweise geschwiegen. Doch foodwatch hat jetzt einen Brief zugespielt bekommen, den Aldi Süd an die Hersteller seiner Eigenmarken geschickt hat. Darin fordert der Discounter seine Lieferanten auf, jetzt „Maßnahmen zur Reduzierung der Glyphosatgehalte in den an Aldi Süd gelieferten Eigenmarken zu ergreifen“. Schon jetzt gibt es in der EU Grenzwerte für Glyphosat-Rückstände – Aldi Süd will aber „mittelfristig“ erreichen, dass seine Produkte höchstens noch mit 20 Prozent der erlaubten Werte belastet sind!

Im Streit um den Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft ist das natürlich kein kompletter Durchbruch – doch das knappe Schreiben zeigt, dass sich beim Thema Glyphosat etwas tut. Und vor allem: dass der öffentliche Druck Wirkung zeigt! Denn nur darauf ist der Vorstoß von Aldi Süd zurückzuführen. Das Unternehmen selbst erklärt: „Mögliche gesundheitliche Risiken von Glyphosat sowie die Auswirkungen auf die Umwelt sind stark umstritten, weshalb der Wirkstoff permanent in den Medien vertreten ist.“

Das zeigt einmal mehr: Wenn wir hartnäckig dran bleiben, können wir auch etwas erreichen! Glyphosat darf – genauso wie andere potenziell schädliche Pflanzenschutz-Wirkstoffe – nicht weiter zugelassen sein. Bitte unterstützen Sie daher jetzt unseren Appell an den EU-Gesundheitskommissar!

Glyphosat ist äußerst umstritten. Krebsforscher der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben den Wirkstoff als „wahrscheinlich krebserregend“ beim Menschen eingestuft. Seitdem kocht der Protest in der Zivilbevölkerung hoch - eine Europäische Bürgerinitiative für ein Verbot von Glyphosat hat bereits mehrere hunderttausend Unterschriften erzielt.

Richtig ist, dass beispielsweise die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA die Einschätzung der WHO-Forscher nicht teilt. Doch gerade für solche Fälle gibt es das europäische Vorsorgeprinzip: Wenn seriöse Zweifel an der Sicherheit einer Substanz bestehen, darf sie nicht eingesetzt werden - und genau das ist bei Glyphosat der Fall!

Dass Aldi Süd mehr unternimmt als die Europäische Kommission, sollte uns zu denken geben. Wir finden: Die EU darf den Gesundheitsschutz nicht den Unternehmen überlassen. Denn als Verbraucherinnen und Verbraucher wollen wir nicht davon abhängig sein, ob sich irgendwann einmal jeder Handelskonzern oder jeder Hersteller verantwortlich verhält.

Wir wollen, dass vermeidbare Gesundheitsrisiken auch wirklich vermieden werden! Solange Zweifel an der Sicherheit von Glyphosat und anderen Pestizid-Wirkstoffen bestehen, darf es für sie keine Zulassung geben! Wenn Sie diese Auffassung teilen, unterschreiben Sie bitte jetzt unseren Brief an die EU-Kommission!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Ihr foodwatch-Team

P.S.: Das Vorsorgeprinzip soll uns Verbraucherinnen und Verbraucher vor Gesundheitsgefahren schützen. Es steht in den zentralen europäischen Gesetzen, doch häufig wird es von der EU oder der Bundesregierung nicht konsequent angewandt. Es bedarf einer starken Verbraucherlobby, damit das Vorsorgeprinzip endlich ernst genommen wird! Bitte helfen Sie uns dabei und werden Sie Förderer/in von foodwatch!

 
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