Quecksilber in Fisch: Jetzt kommt es auf Sie an!

04.07.2018

Fisch kann das hochgiftige Schwermetall Quecksilber enthalten. Vor allem Raubfische, die am Ende der Nahrungskette stehen, sind oft stark belastet - so stark, dass die Bundesregierung Schwangere ausdrücklich vor dem Verzehr bestimmter Fischarten warnt. Trotzdem wollte die EU-Kommission die Grenzwerte für einige dieser Raubfische lockern! Ein Plan, der Verbraucherinnen und Verbrauchern eine höhere Quecksilber-Belastung zumutet. Und das rein aus wirtschaftlichen Überlegungen, nämlich um hoch belasteten Fisch verkaufen zu können! Zunächst sah es so aus, als sei dieser Plan vom Tisch. Doch jetzt haben wir erfahren, dass das noch keineswegs sicher ist: Die Abstimmung über diese Frage wurde verschoben. Das Thema wird anscheinend gerade erneut diskutiert. Darum müssen wir JETZT aktiv werden! Schreiben Sie an die EU-Kommission und sagen Sie: Hände weg von den Quecksilber-Grenzwerten! Die Zeit drängt, denn JETZT gerade ist das Thema in der Kommission auf der Agenda!

Hier Aktion unterzeichnen!

Hallo und guten Tag,
eigentlich hatten wir erwartet, Ihnen heute einen Erfolg verkünden zu können. Nach unserem Protest gegen die geplante Lockerung der Quecksilber-Grenzwerte für einige Fischarten stand im Vorschlag der EU-Kommission, über den im Juni abgestimmt werden sollte, dass die Grenzwerte nun - zumindest vorerst - NICHT gelockert werden sollen. Doch wir haben uns zu früh gefreut: Es wurde nicht wie geplant abgestimmt. Stattdessen soll es in der EU-Kommission wieder Debatten über das Thema geben. Das lässt uns fürchten, dass sich Befürworter für höhere Grenzwerte doch noch durchsetzen könnten...! :-(


Doch fangen wir noch einmal ganz am Anfang an: Viele Fische sind mit dem Schwermetall Quecksilber belastet - mehr als die meisten anderen Lebensmittel. Und Quecksilber ist hochgiftig. Vielleicht erinnern sich einige noch daran, dass ihre Eltern sie als Kinder zu besonderer Vorsicht mit Quecksilber-Fieberthermometern ermahnt haben. Quecksilber gerät durch Kohlekraftwerke in großen Mengen in die Luft und damit in Gewässer und Weltmeere. Dort wandelt es sich in das 100-mal giftigere Methyl-Quecksilber um und wird von Fischen aufgenommen.


Besonders größere Fische, die am Ende der Nahrungskette stehen und in ihrem Leben viele kleine, belastete Fische verspeisen, können stark mit Quecksilber belastet sein. Für uns Menschen kann das ein Gesundheitsrisiko darstellen. Quecksilber kann die Entwicklung von Föten schädigen und auch bei Erwachsenen zu Nervenschäden führen und das Immunsystem angreifen. Die Bundesregierung warnt deshalb Schwangere ausdrücklich vor dem Verzehr einiger Fischsorten wie Thunfisch, Aal, Heilbutt oder Schwertfisch.


Trotzdem wollte die EU den Grenzwert für einige große Raubfische lockern! Warum? Gute Frage! Vor allem aus wirtschaftspolitischen Gründen. Denn es ist so: Der im Moment geltende Quecksilber-Grenzwert für größere Raubfische (1 Milligramm pro Kilogramm Fisch) führt aufgrund der tatsächlich hohen Belastung der Fische dazu, dass etwa die Hälfte dieser Fische nicht verkauft werden darf. Die Idee, die im Raum steht: Man verdoppelt diesen Grenzwert einfach auf zwei Milligramm pro Kilogramm Fisch - und schon dürfen die meisten Fische legal verkauft werden. Dass wir Verbraucherinnen und Verbraucher damit potenziell stärker mit dem Nervengift Quecksilber belastet werden als ohnehin schon, schien dabei zunächst keine Rolle zu spielen.


Mehr als 50.000 Verbraucherinnen und Verbraucher haben bei der EU-Kommission bereits gegen diese Pläne protestiert. Und der Erfolg schien schon zum Greifen nah: In einem neuen Entwurf für das Gesetz war keine Rede mehr von einer Erhöhung der Grenzwerte. Doch jetzt kommen Zweifel auf: Anders als ursprünglich geplant, wurde im Juni doch noch nicht in der Expertengruppe abgestimmt. Die Diskussionen über höhere Grenzwerte werden offenbar weiter geführt. Deshalb müssen wir JETZT gemeinsam ein Zeichen setzen und an die EU-Kommission schreiben! Bitte schließen Sie sich daher dem vielstimmigen Protest an und unterzeichnen Sie unsere E-Mail-Aktion!

 

Hier protestieren!

 

Wir meinen: Statt an den Quecksilber-Grenzwerten herumzuschrauben sollte die EU dafür sorgen, dass der Quecksilberausstoß durch die Verbrennung von Kohle zur Energiegewinnung konsequent reduziert wird. Denn hier ist der Ursprung des Problems!

Bitte unterstützen Sie unsere Forderung, unterzeichnen Sie unsere Aktion und leiten Sie diese Nachricht an Familie und Freunde weiter. Nur so können wir verhindern, dass die Grenzwerte doch noch in letzter Minute gelockert werden!

 

Hier mitmachen!

 

Vielen Dank für Ihre Unterstützung,

Ihr foodwatch-Team

 

P.S.: Gefährliche Schadstoffe in Lebensmitteln sind ein riesiges Problem - für uns alle. Viel zu oft werden Grenzwerte solcher Stoffe immer noch an Wirtschaftsinteressen festgemacht, nicht aber an unserer Gesundheit. Wir brauchen Ihre Unterstützung, um dies zu ändern! Werden Sie deshalb Förderer/in von foodwatch:

www.foodwatch.de/mitglied-werden

 
Wir sind foodwatch


Verbraucher kämpfen gemeinsam für ihre Rechte – seien Sie dabei!

RSS-Feed

Abonnieren Sie hier unsere Nachrichten als RSS-Feed.