Weitere 10 Jahre Glyphosat?!

21.07.2017
© Dusan Kostic - fotolia.com / Iris Kaschl

Diese Nachricht hat uns schockiert: Die EU-Kommission will den umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat für weitere zehn (!) Jahre zulassen. Weitere zehn Jahre Glyphosat, das die WHO-Krebsforschungsagentur als "wahrscheinlich krebserregend" einstuft. Jetzt können nur noch die Mitgliedsstaaten die Neuzulassung stoppen. Frankreich hat bereits angekündigt, gegen Glyphosat zu stimmen. Die Bundesregierung ist indes zerstritten: Umweltministerin Barbara Hendricks ist dagegen, Landwirtschaftsminister Christian Schmidt dafür - jetzt kommt es auf Bundeskanzlerin Angela Merkel an. Sie muss dafür sorgen, dass Deutschland Nein sagt zu Glyphosat!

Jetzt protestieren!

Hallo und guten Tag, 

die EU-Kommission hat sich festgelegt: Wenn es nach ihr geht, soll das umstrittene Pflanzengift Glyphosat für weitere zehn Jahre auf Europas Äckern gespritzt werden dürfen. Dabei tobt weiterhin ein heftiger Streit in der Wissenschaft um die Risiken von Glyphosat: Die Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hält den Wirkstoff, der in zahlreichen Unkrautvernichtungsmitteln enthalten ist, für "wahrscheinlich krebserregend beim Menschen". Die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA und die europäische Chemikalienagentur ECHA kommen zum gegenteiligen Ergebnis. Gegenseitig werfen sich die Wissenschaftler Fehler vor. Und wer sitzt zwischen den Stühlen? Wir Verbraucherinnen und Verbraucher! Denn das Risiko tragen wir, um UNSERE Gesundheit geht es!

Die Europäische Kommission ist trotzdem FÜR eine Neuzulassung von Glyphosat - will diese aber auch nur dann durchsetzen, wenn sie den Rückhalt der Mitgliedsstaaten bekommt. Das erklärte der zuständige EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis in dieser Woche. Im Umkehrschluss heißt das: Sollte ein Expertenausschuss der Mitgliedsländer mehrheitlich gegen Glyphosat stimmen, könnte auch die Kommission den Wirkstoff verbieten. Ganz besonders kommt es auf Deutschland an, der einwohnerstärkste EU-Mitgliedsstaat und Berichterstatter für die Neuzulassung von Glyphosat. Schreiben Sie jetzt an Bundeskanzlerin Angela Merkel: Deutschland muss dafür sorgen, dass die EU Schluss macht mit Glyphosat! 

Hier unterzeichnen

Bislang ist die Bundesregierung beim Thema Glyphosat uneinig. Umweltministerin Barbara Hendricks ist gegen eine Neuzulassung des Unkrautvernichters. Landwirtschaftsminister Christian Schmidt ist dafür. Vor einem Jahr hatte sich Deutschland in dem für Glyphosat zuständigen EU-Ausschuss deshalb enthalten, die EU-Staaten konnten sich nicht auf eine gemeinsame Position einigen - und die Europäische Kommission hat Glyphosat zunächst nur provisorisch für weitere 18 Monate zugelassen. Ein Erfolg für die Zivilgesellschaft, die mächtig Druck gemacht hatte. Dass die EU-Kommission Glyphosat jetzt für weitere zehn (!) Jahre zulassen will, halten wir für völlig unangemessen. Nun müssen wir dranbleiben und Angela Merkel überzeugen. Sie muss als Bundeskanzlerin endlich ein Machtwort sprechen: Solange es begründete Zweifel an der Unschädlichkeit von Glyphosat gibt, muss Deutschland NEIN sagen - und den Einsatz von Glyphosat in ganz Europa beenden!

Jetzt Nein sagen!

Uns geht es um sehr viel mehr als um Glyphosat. Grundsätzlich muss allen potenziell schädlichen Wirkstoffen für Pflanzenschutzmittel die Zulassung entzogen werden, sobald es ernsthafte Hinweise auf gesundheitliche Risiken gibt. Das würde dem im EU-Recht verankerten Vorsorgeprinzip gerecht. Denn es darf nicht sein, dass, wenn die eine schädliche Substanz verboten wird, einfach eine andere, genauso schädliche, gespritzt wird.

Bei künftigen Zulassungsverfahren dürfen nur noch solche Wirkstoffe und Präparate als Pflanzenschutzmittel zugelassen werden, die transparent und unabhängig toxikologisch bewertet wurden und bei denen keine substantiellen Hinweise auf gesundheitliche Risiken für Verbraucherinnen und Verbraucher vorliegen - sei es für die Wirkstoffe selbst oder für die zahlreichen Zusätze in den anwendungsfertigen Präparaten.

Bei Glyphosat bleibt uns nicht mehr viel Zeit. Ende des Jahres läuft die Lizenz aus. Bis dahin muss die Entscheidung der Mitgliedsländer fallen. Jetzt ist das Thema auf der politischen Agenda - und es ist Wahlkampf. Nutzen Sie die Chance: Unterzeichnen Sie unseren Appell gegen Glyphosat und leiten Sie diese Nachricht in Ihrem Freundeskreis weiter:

Klicken und mitmachen

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Ihr foodwatch-Team

P.S.: Immer wieder erleben wir es, dass das Vorsorgeprinzip unterlaufen wird, wir Verbraucherinnen und Verbraucher ohne Not gesundheitlichen Risiken ausgesetzt werden. Das ist einer der Gründe, warum es foodwatch gibt! Wir kämpfen dafür, dass bei Lebensmitteln keine unnötigen Risiken für unsere Gesundheit bestehen. Helfen Sie mit: Setzen Sie mehr Rechte für Verbraucherinnen und Verbraucher durch - unterstützen Sie unsere Arbeit als Fördermitglied:

 
RSS-Feed

Abonnieren Sie hier unsere Nachrichten als RSS-Feed.