Nachricht 12.02.2026

Niedersachsen verbietet „Kühe in Ketten“

foodwatch

Kühe brauchen Bewegung, Kontakt, Weidegang – doch Anbindehaltung verhindert genau das. Niedersachsen macht damit Schluss. Was das bedeutet, und warum andere nachziehen müssen.

Mit dem Verbot der Anbindehaltung setzt Niedersachsen einen bundesweiten Maßstab: Das Land erkennt die Grausamkeit dieser Haltungsform an und handelt – obwohl eine klare Regelung auf Bundesebene weiter ausbleibt.

Deutschlandweit müssen mehr als eine Million Milchkühe und Bullen auf engstem Raum ausharren. Etwa jeder dritte Milchviehbetrieb hält seine Kühe in Anbindehaltung, teils sind die Tiere ohne Unterbrechung das ganze Jahr über im Stall fixiert. Tiermedizinische Studien weisen zudem darauf hin, dass angebundene Milchkühe besonders häufig unter schmerzhaften Euterentzündungen leiden. 

Bild im Profil von Dr. Chris Methmann
Anbindehaltung ist grausam. Wenn Kühe im Stall festgekettet sind und sich kaum bewegen können, verstößt das nicht nur gegen die Vorstellungen der Verbraucher:innen, sondern auch gegen das Tierschutzgesetz.
Dr. Chris Methmann Geschäftsführer

Was ist Anbindehaltung?

Bei der Anbindehaltung werden Rinder im Stall dauerhaft an einem festen Platz angebunden, oft mit Ketten oder Gurten. Die Tiere können sich dann nur sehr eingeschränkt bewegen. Bewegung, soziale Interaktion in der Herde und Spaziergänge auf der Weide sind in Anbindehaltung unmöglich. All das gehört für Rinder aber zum natürlichen Verhalten. 

Seit Jahren wird das Gesetz vom Bund verschoben 

Parallel erhöht foodwatch den Druck auf Bundesebene. Das ursprünglich geplante Gesetz kam nach dem Ampel-Aus nicht mehr zustande. Dabei haben mehr als 56.000 Verbraucher:innen bisher eine Petition an Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer für ein Verbot unterschrieben. Dazu veröffentlichten erst kürzlich 350 Tierärzt:innen einen Appell an den Minister.  

Doch Minister Rainer hat der Abschaffung bislang eine Absage erteilt. Gerade deshalb ist Niedersachsens Schritt so wichtig: Wenn der Bund nicht handelt, müssen die Länder vorangehen. Andere Bundesländer sollten dem Beispiel folgen und die Anbindehaltung beenden.

Ihre Spende gegen Tierleid

Damit Tierleid nicht weiter wegerklärt wird, müssen wir es sichtbar machen – und Konsequenzen erzwingen. Das kostet Zeit und Geld. Ihre Spende finanziert das, was weh tut: Beweise, Aufmerksamkeit, Konsequenzen. Unterstützen Sie foodwatch, damit Tierleid nicht weiter geduldet wird.

Jetzt mit einer Spende helfen