145.000 Unterschriften gegen Pestizid-Bumerang übergeben
Verbotene Pestizide, aus der EU exportiert und zurückgekehrt: Wir haben der EU-Kommission 145.000 Unterschriften übergeben. Die Entscheidung über den Pestizid-Bumerang geht jetzt in die heiße Phase.
145.000 Unterschriften haben wir heute gemeinsam mit Inkota, dem Pestizid Aktions-Netzwerk (PAN) und dem Umweltinstitut München an die EU-Kommission übergeben. 145.000 Menschen fordern: Schluss mit dem Pestizid-Bumerang! Konzerne wie Bayer und BASF produzieren in der EU verbotene Pestizide. Sie exportieren die Gifte in den Globalen Süden – und über Lebensmittel, die wir von dort importieren, kommen die verbotenen Stoffe zu uns zurück. Wir fordern ein Exportverbot und eine Null-Toleranz-Regelung für diese Rückstände bei Importen.
So funktioniert der Bumerang-Effekt
Die Gifte landen zuerst auf Feldern in Ländern wie Indien, Pakistan oder Brasilien. Arbeiter:innen dort sind den Substanzen direkt ausgesetzt. Über Importe gelangen die Rückstände dann auf unsere Teller. Bei Gewürzmischungen fanden die Behörden beispielsweise in fast allen untersuchten Proben illegale Pestizide, bei Bananen in zwei Dritteln aller Proben. Die EU erlaubt diese Rückstände aus handelspolitischen Gründen – obwohl sie die Stoffe selbst verboten hat.
Das fordern wir von der EU-Kommission
Gosia Binczyk, stellvertretende Leiterin der EU-Vertretung in Berlin, und Guillaume Durand, Trade Officer, nahmen die Unterschriften entgegen. Sie sagten zu, sie an die zuständigen Stellen der EU-Kommission weiterzuleiten. Die Unterschriften kämen genau zum richtigen Zeitpunkt.
Wir brachten auch unsere Kritik am aktuellen Omnibus-Gesetzgebungsverfahren insgesamt an. Bisher ist lediglich geplant, für einzelne Pestizide den Grenzwert zu senken. Und das auch erst nach einer Folgenabschätzung – ein Einfallstor für wirtschaftliche Interessen. Wir fordern dagegen eine Nulltoleranz. Hier wichen die Die EU-Vertreter:innen aus. Sie verwiesen auf die Mitgliedstaaten als Zuständige – dabei kam der Vorschlag von der Kommission selbst.
Wer Gesundheit und Umwelt wirklich schützen will, darf keine Chemikalien exportieren, die in Europa als zu gefährlich gelten – und erst recht nicht hinnehmen, dass sie über importierte Lebensmittel auf unseren Tellern landen.foodwatch International
Wie geht es jetzt weiter?
Der Vorschlag liegt aktuell im EU-Parlament und im Rat zur Verhandlung. Die Parlamentarier haben 1.500 Änderungsanträge eingebracht. Vertreter der verschiedenen Fraktionen handeln nun hinter verschlossenen Türen sogenannte Kompromissänderungsanträge aus. Wenn das passiert ist, können die zuständigen Ausschüsse abstimmen – und dann folgt die abschließende Abstimmung im EU-Parlament. Das heißt: Die Entscheidung geht jetzt in die heiße Phase.
Für ein Exportverbot und Nulltoleranz – jetzt unterschreiben!
Wir fordern eine echte Null-Toleranz-Regelung – ohne Ausnahmen, ohne Schlupflöcher. Und ein umfassendes Exportverbot für in der EU verbotene Pestizide. Ihre Unterschrift ist noch nicht dabei? Dann unterschreiben Sie jetzt, wir sammeln weiter! Wenn weiter viele Unterschriften eingehen, stärkt das unser Signal an die EU-Kommission.