Nachricht 13.08.2013

Phoenix verzichtet auf Deutsche-Bank-Logo

Der TV-Sender Phoenix hat auf die Kritik von foodwatch an dem Sponsoring einer Polit-Talkshow durch die Deutsche Bank reagiert: Auch wenn man die foodwatch-Kritik nicht teile, verzichtet man darauf, in der Sendung das Logo der Bank zu zeigen.

Der öffentliche-rechtliche Fernsehsender Phoenix zeigt am Dienstagabend eine Talk-Sendung mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. Ausgestrahlt wird das Gespräch aus der Hauptstadtrepräsentanz der Deutschen Bank.

Bereits in der Vergangenheit fanden Sendungen der Reihe „Forum Politik“ in Räumlichkeiten der Deutschen Bank statt – worauf in der Moderation explizit hingewiesen wurde. Auch das Logo der Bank war im Bild zu sehen. Bewirtung und Sicherheitspersonal für die Sendung stellte ebenfalls die Deutsche Bank kostenlos zur Verfügung.

foodwatch-Anzeige beim Rundfunkrat

foodwatch sieht in einer solchen Zusammenarbeit einen Verstoß gegen das Sponsoringverbot von politischen Informationsprogrammen und hat Anzeige beim Rundfunkrat erstattet.

Phoenix weist die Vorwürfe zwar zurück und betont, es habe nie eine Einflussnahme auf Inhalte gegeben. Dennoch verzichtet der Sender darauf, das Logo oder den Namen der Deutschen Bank in der Sendung zu zeigen oder die Kooperation durch die Moderation zu erwähnen. Außerdem entschloss sich der Sender, die Kosten für die Bewirtung selbst zu tragen, wie es in einer Antwort durch den Westdeutschen Rundfunk (WDR) an foodwatch heißt.

Enge Verquickung von Banken und Staat

foodwatch wertet die Auseinandersetzung mit Phoenix als Teilerfolg:  Der Deutschen Bank  konnte – wenigstens vorerst – eine Plattform für demokratieschädliches Lobbying und Hungerspekulation entzogen werden. foodwatch sieht die enge Verquickung von Banken und Staat als ein großes Problem an. Teil dieser Verquickung ist auch das Sponsoring öffentlich-rechtlicher Medien durch Unternehmen, das eine unabhängige Berichterstattung etwa über die unmoralische Nahrungsmittelspekulation gefährdet.