Nachricht 29.05.2026

Podcast: Echte Männer essen Fleisch?

Warum gilt Fleisch essen immer noch als „männlich“? Und welchen Preis zahlen Männer für ihren hohen Fleischkonsum? Antworten im foodwatch-Podcast!

Echte Männer essen Fleisch. Dieses Bild hat die Lebensmittelindustrie über Jahrzehnte mitgeprägt – und es funktioniert noch immer. Männer in Deutschland essen im Schnitt rund 1 Kilogramm Fleisch pro Woche. Das ist fast doppelt so viel wie Frauen. Und deutlich mehr als Ernährungsexpert:innen empfehlen. 

„Fleisch ein Stück Lebenskraft“

Werbekampagnen der Fleischlobby richten sich oft explizit an Männer. Früher mit berühmt-berüchtigten Werbeslogans wie „Fleisch ist ein Stück Lebenskraft“. Heute mit aufwendig produzierten, actionreichen Werbespots in Hollywood-Ästhetik. Fleisch wird gezielt mit Männlichkeit verknüpft – mit Kraft, Dominanz und einer diffusen Idee von Natürlichkeit. 

Die Autorin Carol J. Adams hat das Phänomen schon 1990 in ihrem Buch „The Sexual Politics of Meat“ beschrieben: Fleisch und Männlichkeit werden kulturell zusammengedacht. Zugespitzt formuliert: Männer essen Fleisch, um zu zeigen, dass sie Männer sind. Wer hingegen als Mann wenig oder gar kein Fleisch isst, riskiert, dass seine Männlichkeit in Frage gestellt wird und er als Soja-essender „soy boy“ verunglimpft wird. 

Die doppelte Lüge der Fleischindustrie

Die traurige Ironie: Das Image vom „natürlichen“ und „gesunden“ Fleisch ist oftmals gleich doppelt falsch.

Zum einen stammt das allermeiste Fleisch, das gerne als natürlich und ursprünglich vermarktet wird, aus der industriellen Massentierhaltung. Von Natur ist da wenig übrig.

Zum anderen ist ein hoher Fleischkonsum alles andere als gesund. Die Männer als Zielgruppe der Fleischindustrie sind daher selbst Leidtragende. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat verarbeitetes Fleisch – also Wurst, Schinken, Salami – als krebserregend eingestuft, rotes Fleisch gilt als wahrscheinlich krebserregend. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) rät: am besten nicht mehr als 300 Gramm Fleisch und Wurst pro Woche essen. Männer essen im Schnitt mehr als das Dreifache davon.

Wie tief die Verbindung zwischen Fleisch und Männlichkeit in unserer Kultur verankert ist – darum geht es ausführlich in der neuen Folge des foodwatch-Podcasts „Geschmacksverstärker". Jetzt reinhören!

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Wir setzen der Fleischlobby etwas entgegen: Für gesundes Essen. Für weniger Krankheiten. Für eine Politik, die sich am Gemeinwohl orientiert. foodwatch nimmt kein Geld vom Staat oder der Lebensmittelindustrie, damit wir unabhängig bleiben können. Bitte stärken Sie unsere Arbeit mit einer Spende!

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