Podcast 13.02.2026

Podcast: Warum lernen Tierärzte, wie man Würste macht?

Dr. Karim Montasser erklärt im foodwatch-Podcast, warum Tierärzt:innen nicht nur Hunde und Katzen heilen. Und weshalb viele Kolleg:innen an ihrem Beruf verzweifeln.

Tierarzt oder Tierärztin sein, das klingt für viele wie ein Traumjob. Doch Dr. Karim Montasser hat auch die Schattenseiten des Berufs kennengelernt. Harte Arbeitsbedingungen – und ein Pflichtpraktikum während des Studiums im Schlachthof. Karim hat deshalb die Veterinärmedizin hinter sich gelassen und klärt stattdessen auf YouTube über Tiere und die Missstände in der Nutztierhaltung auf. Im Podcast-Gespräch mit Sarah Häuser von foodwatch erklärt er, warum die Arbeit in der Kleintierpraxis eher Nische als Regel ist. Und welche Rolle Tierärzt:innen im System der Massentierhaltung spielen.

Das geht ganz vielen Menschen so, die Tiermedizin studieren. Irgendwann stellt man fest: Eigentlich geht es um Lebensmittel.
Dr. Karim Montasser Tierarzt und Youtuber

Schlachthof statt Schoßhündchen

Tatsächlich arbeitet ein Großteil der Absolvent:innen des Tiermedizin-Studiums später in den Bereichen Lebensmittelkontrolle und Nutztierhaltung. Karim hat Hoffnung, dass sich die neue Generation an Tierärzt:innen stärker für Tierrechte einsetzt. Gleichzeitig gilt: Veterinär:innen können in der Regel nicht mehr tun, als die Einhaltung der geltenden Gesetze einzufordern. Und diese schützen Tiere häufig nicht.

Mehr als eine Million Rinder angekettet

Anbindehaltung beispielsweise ist nach wie vor erlaubt: Mehr als eine Million Rinder und Kühe stehen auf engstem Raum angekettet in deutschen Ställen. Manche sogar das ganze Jahr. Karim hat sich deswegen einer foodwatch-Aktion angeschlossen: Gemeinsam mit 350 anderen Tierärzt:innen hat er einen offenen Brief an Agrarminister Alois Rainer unterzeichnet. Die Forderung: Rainer muss die tierquälerische Anbindehaltung von Kühen endlich verbieten. Karim ist optimistisch, dass sich bei diesem Thema endlich etwas zum Besseren wendet. Klar ist: Wir werden uns weiterhin gemeinsam für bessere Bedingungen für Nutztiere einsetzen!