Podcast 12.12.2025

Podcast: Wie ungesund sind hochverarbeitete Lebensmittel wirklich?

Gefühlt jede Woche erscheint eine neue Studie zu den Gefahren von Ultra Processed Food (UPF). Doch wie gefährlich sind hochverarbeitete Lebensmittel wirklich? Und was müsste die Politik tun?

Sie sind in aller Munde: hochverarbeitete Lebensmittel. Gerade erst erschien eine Studie im angesehenen Fachjournal The Lancet, die eine starke Korrelation zwischen dem Konsum hochverarbeiteter Produkte und bestimmten Krankheiten belegt. Gleichzeitig melden sich Wissenschaftler:innen zu Wort und sagen: Viele Verarbeitungsschritte machen ein Lebensmittel nicht automatisch ungesund. In der aktuellen Folge des Geschmacksverstärker-Podcasts schauen sich Andreas und foodwatch-Geschäftsführer Chris die Debatte um UPF deshalb genauer an.

Ultra verarbeitet = ultra ungesund?

Dabei stellt sich heraus: Es ist gar nicht so einfach, genau zu definieren, welche Produkte eigentlich in die Kategorie hochverarbeitete Lebensmittel fallen. Die sehr grobe Einteilung in NOVA-Klassen ist umstritten. Und es gibt auch Lebensmittel, die zwar als hochverarbeitet gelten, zum Beispiel abgepacktes Vollkornbrot aus dem Supermarkt, aber gar nicht gesundheitsschädlich sind. Also erstmal weiter forschen bis alle Unklarheiten beseitigt sind?

Bild im Profil von Dr. Chris Methmann
Die negativen Gesundheitseffekte entstehen vor allem durch hochverarbeitetes Fleisch und gezuckerte Getränke. Hier muss die Politik ran!
Dr. Chris Methmann Geschäftsführer von foodwatch

Tatsächlich ist es wichtig, wenn unabhängige Wissenschaftler:innen oder auch die EU und die Weltgesundheitsorganisation zu UPF forschen. Denn die Anzeichen mehren sich, dass nicht nur die Nährwertqualität, sondern auch der Grad der Verarbeitung etwas über die Ausgewogenheit eines Lebensmittels aussagen. Allerdings sollten die politisch Verantwortlichen dies nicht als Ausrede nutzen, um weiter nicht gegen ungesunde Ernährung aktiv zu werden! Denn eins wissen wir heute schon genau: Bestimmte Produktgruppen hochverarbeiteter Lebensmittel sind definitiv gesundheitsschädlich – insbesondere zuckrige Getränke, Wurst und rotes Fleisch sowie Lebensmittel mit zu viel Zucker, Fett, Salz. 

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Um den Konsum dieser Produkte einzudämmen, liegen längst wirksame und wissenschaftlich überprüfte Maßnahmen vor. So würden fast 80 Prozent aller hochverarbeiteten Lebensmittel einen schlechten Nutri-Score bekommen. Mit einer verpflichtenden Ampelkennzeichnung würden also die allermeisten UPF auf einen Blick enttarnt. Eine „Limo-Steuer“ wie etwa in Großbritannien kann den Zuckergehalt in Getränken deutlich reduzieren. Und Werbeschranken für Junkfood schützen Kinder effektiv vor ungesunden Produkten. Hier muss die Bundesregierung ran!