Presse-Statement: foodwatch zu Bio-Lebensmitteln / EU / Ciolos / Öko-Verordnung
Zu den Plänen von EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos zur Reform der Europäischen Öko-Verordnung, erklärt Matthias Wolfschmidt, stellvertretender Geschäftsführer der Verbraucherorganisation foodwatch:
„Die Pläne sind ein Manöver zur Ablenkung vom Versagen der EU-Agrarpolitik. Statt Betrug, Verbrauchertäuschung und umweltzerstörende Wirkungen der gesamten europäischen Ernährungswirtschaft zu bekämpfen, stürzt sich Kommissar Ciolos auf die gerade einmal zwei Prozent Bio-Nische. Denn die von Ciolos in der Öko-Landwirtschaft festgestellten Probleme gelten mindestens genauso für die konventionelle Lebensmittelbranche: Mangelnde Transparenz gerade bei den Kontrollergebnissen, unzureichende Vorgaben zur Tiergesundheit und erschüttertes Verbrauchervertrauen. Die ungleichen Wettbewerbschancen für die Bio-Branche bleiben bestehen, so lange nicht in der gesamten Lebensmittelbranchen das Verursacherprinzip gilt: Wenn die Umweltkosten nicht dort bezahlt werden müssen, wo sie entstehen, wird die teurere, weil insgesamt ökologischer arbeitende Bio-Landwirtschaft immer schlechtere Marktchancen haben als die konventionelle.“